Kitzbühel

Westendorf: Kitzbüheler überlebte 30 Minuten unter einer Lawine

Die Helfer konnten den Kitzbüheler lebend bergen.
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Mehrere Variantenskifahrer lösten abseits einer Piste im Gebiet der Hohen Salve eine Lawine aus. Sie hatten Absperrbänder und Lawinenwarnschilder ignoriert.

Westendorf – Ein Lawinenabgang hat am Sonntagvormittag kurz nach 10.30 Uhr die Einsatzkräfte in Westendorf in Atem gehalten. Laut einem Polizeisprecher war das Schneebrett in der Nähe einer gesicherten Piste abgegangen. Der Zwischenfall ereignete sich in Gipfelnähe der Hohen Salve in der Südflanke. Fünf einheimische Variantenfahrer sollen das Schneebrett selbst losgetreten haben.

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Die Männer waren von dem Almgasthof „Hohe Salve“ abgefahren und hatten nach rund 50 Metern die gesicherte Piste verlassen. Sie fuhren in einen 48 Grad steilen Hang ein, der laut Polizei deutlich sichtbar mit Sperrbändern und Lawinenwarntafeln abgesichert war. Neben der Gruppe hielten sich auch noch andere Skifahrer in diesem Hang auf.

Plötzlich löste sich in dem Bereich ein gewaltiges Schneebrett auf einer Breite von 50 Metern und einer Länge von 350 Metern. Zunächst berichtete die Polizei von zwei Verschütteten, die kurz darauf gerettet werden konnten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass wohl fünf Skifahrer verschüttet bzw. teilverschüttet worden waren, einer konnte sich noch rechtzeitig retten. Einer der Variantenfahrer wurde komplett verschüttet.

Mehrere Personen beobachteten den Lawinenabgang vom Sessellift aus und eine Zeugin setzte einen Notruf ab. Andere Skifahrer eilten wiederum sofort zur Unfallstelle und gruben verschüttete Skifahrer aus.

Schon nach wenigen Minuten waren alle bis auf einen befreit. Der 19-jährige Mann aus dem Bezirk Kitzbühel war vollkommen vom Schnee bedeckt und konnte erst von einem Suchhund aufgespürt werden. 30 Minuten waren bis dahin schon vergangen. Der Skifahrer hatte wohl riesiges Glück: Schon kurz nach seiner Bergung reagierte er auf die Retter und wurde ins Krankenhaus Kufstein eingeliefert. Er erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und eine Unterkühlung. Derzeit befindet er sich auf der Intensivstation zur Beobachtung. Ins Krankenhaus musste auch ein 55-Jähriger aus München, der bei dem Lawinenabgang ebenfalls schwer verletzt wurde. Die Variantenskifahrer waren nicht mit einem Lawinenpiepser ausgestattet. In Tirol herrschte am Sonntag erhebliche bis große Lawinengefahr.

Der Pistenbereich wurde durch den Lawinenabgang nicht gefährdet. Im Einsatz standen Bergrettung mit Suchhunden, Alpinpolizei, Rettungskräfte und die Mannschaft des Polizeihubschraubers Libelle. (TT.com)

Im Skigebiet ging die Lawine neben der gesicherten Piste ab.
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