Ruandas letzter König nach Streit in Heimat beigesetzt
Kigali (APA/dpa) - Der letzte König von Ruanda ist nach monatelangem Rechtsstreit um den Ort seiner Beisetzung am Sonntag zu Grabe getragen ...
Kigali (APA/dpa) - Der letzte König von Ruanda ist nach monatelangem Rechtsstreit um den Ort seiner Beisetzung am Sonntag zu Grabe getragen worden. Hunderte Ruandesen hatten sich in der ehemaligen Residenzstadt Nyanza versammelt, um dem 1961 abgesetzten Kigeli V. die letzte Ehre zu erweisen.
Der Ex-König war im Oktober 2016 im Alter von 80 Jahren in den USA gestorben, wo er seit 1992 im Exil lebte. Seine Hinterbliebenen in den USA und Ruanda hatten vor Gericht darüber gestritten, ob Kigeli V. in seiner afrikanischen Heimat oder seiner amerikanischen Wahlheimat beerdigt werden sollte.
In lange Gewänder gekleidete Angehörige und Anhänger des Ex-Herrschers begleiteten den grauen Sarg, der mit der traditionellen Krone der ruandesischen Könige geschmückt war, wie die Zeitschrift „Jeune Afrique“ online berichtete. Kigeli V. wurde in der früheren königlichen Hauptstadt neben seinem Bruder und Amtsvorgänger Mutara III. Rudahigwa beigesetzt. Für die ruandesische Regierung nahm Kulturministerin Julienne Uwacu an der Trauerfeier teil. Manche Ruandesen bedauerten, dass der Ex-König kein Staatsbegräbnis bekam.
Die jahrhundertealte ruandesische Monarchie hatte auch unter deutscher und belgischer Kolonialherrschaft eine gewisse Rolle behalten. Kigeli V. hatte den Thron 1959 bestiegen. Ein Jahr vor der Unabhängigkeit des Landes 1962 wurde die Monarchie abgeschafft.