Reutte

VP-Abgeordnete entgegnen „Oberlehrer Oberer“ scharf

Die Autofahrer mussten auf der Fernpassstraße mit Verzögerungen rechnen. (Archivfoto)
© Böhm

Die Abgeordneten Ledl-Rossmann und Pfurtscheller kontern der Kritik zum Fernpasstunnel. Reuttes Marktchef schlage sich mit eigenen Waffen.

Reutte –Die beiden Außer­ferner VP-Abgeordneten Elisabet­h Pfurtscheller und Sonja Ledl-Rossmann stellen in einer gemeinsamen Erklärung fest, sich trotz der Kritik der Bürgermeister Oberer und Mascher nicht von ihrem Ziel abbringen zu lassen. Alle Außerferner Bürgermeister hatten mit Ausnahme der beiden für den Bau von Fernpassscheitel- und Tschirganttunnel unterschrieben. Mehr als 1000 weitere Unterstützer hätten zudem schon die Online-Petition auf der Parlamentshomepage pro Tschirganttunnel unterzeichnet.

Alois Oberer aus Reutte und Paul Mascher aus Biberwier hatten kürzlich der von Nationalrätin Pfurtscheller und Bundesratspräsidentin Ledl-Rossmann eingebrachten Tunnel-Petition die Legitimation abgesprochen (die Tiroler Tageszeitung berichtete). Ein Vorwurf, der für die beiden Abgeordneten nicht nachvollziehbar ist. „Auf der einen Seite wirft Oberer in Oberlehrermanier seinen Bürgermeisterkollegen vor, über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden, um in derselben Sekunde genau das Gleiche zu tun. Denn wer oder was legitimiert Oberer dazu, gegen die Tunnel-Petition vorzugehen, ohne das Thema auch nur einmal im Gemeinderat behandelt zu haben? Bürgermeister Mascher hat das im Gegensatz zu Oberer getan. Dagegen sein dürfen die Bürgermeister laut Oberer also, dafür sein aber nicht. Das ist ein eigenartiges Demokratie- und Rechtsverständnis“, zeigt sich die Reuttenerin Elisabeth Pfurtscheller verwundert. Ihr und fast allen anderen Bürgermeistern des Bezirkes sei die Strategie des Reuttener Bürgermeisters, „einfach den Kopf in den Sand zu stecken und sich dem Schicksal zu ergeben“, jedenfalls zu wenig.

Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller
© Ziegler

Denn, so Pfurtscheller weiter, es sei einfach naiv, zu glauben, dass man das Problem allein mit Dosierampeln in den Griff kriegen könne. Sie seien zwar im Rahmen einer Gesamtstrategie sinnvoll, aber ohne weitere Maßnahmen völlig unzureichend.

Dass Oberer den Bau des Tschirganttunnels als Hauptgefahr für die 7,5-Tonnen-Beschränkung auf der Fernpassstrecke sieht, versteht Ledl-Rossmann nicht. Schließlich liege das geplante Tunnelprojekt gar nicht an der B 179. Zudem seien diese Befürchtungen bereits durch Gutachten entkräftet: „Wenn Oberer persönlich gegen die Errichtung der beiden Entlastungsbauwerke ist, dann ist das seine Sache. Dass er dafür aber den gesamten Bezirk in Geiselhaft nehmen möchte, ist unanständig.“

Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (l.) und Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller halten an ihrer Fernpass-Strategie fest.
© Simonis

Die gemeinsame Herausforderung sei es, den Verkehr durch das Außerfern und weiter über das Gurgltal in Richtung Inntal bestmöglich zu verflüssigen. Das sei ohne Frage ein Kraftakt, der noch immense Energie benötigen werde. „Aber wenn wir immer nur davon reden, was alles nicht geht, dann wird sich nie etwas verändern“, sind sich Pfurtscheller und Ledl-Rossmann abschließend einig.

Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums, forderte angesichts des aktuellen Verkehrschaos vom Wochenende mit hängengebliebenen Schwerfahrzeugen, die Fernpassstrecke mit einem generellen Lkw-Fahrverbot von Freitagabend bis Montagfrüh auszustatten und sämtliche Ausnahmebewilligungen zu reduzieren. (hm)

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