Tiroler Stocksportler auf den Spuren von James Bond
Matthias Taxacher, Peter Gschwentner, Reinhard Gasser und Michael Ederegger gewannen den Servus-Alpenpokal vor 12.000 Zuschauern.
Von Tobias Waidhofer
Weißensee –Normalerweise steppt am Weißensee nicht unbedingt der Bär. Das so idyllisch am Fuße der Gailtaler Alpen gelegene Gewässer dient den Kärntnern als Wintersport-Refugium, als Oase der Erholung. Dass dort 1986 Teile eines James-Bond-Films („James Bond 007 – Der Hauch des Todes“) gedreht wurden, wissen wohl nur noch ältere Semester.
Der Tiroler Stocksport-Weltmeister Matthias Taxacher wird den Weißensee so schnell aber nicht vergessen. Gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Gschwentner, Reinhard Gasser und Michael Ederegger gewann der Angather am Sonntag die zweite Auflage des Servus-Alpenpokals – laut Eigendefinition des TV-Senders Servus TV die größte Stocksport-Party Europas. Und tatsächlich: 12.000 Zuschauer an den beiden Finaltagen und eine Fernseh-Liveübertragung sprechen eine deutliche Sprache.
„Es war einzigartig“, war Taxacher auch am Tag noch dementsprechend euphorisiert. „So eine Kulisse haben wir sonst nie. Das sind wir nicht gewohnt.“ Nervöser sei der 35-Jährige deshalb nicht gewesen. Probleme machte lediglich das rutschige Natureis. „Aber damit hatten alle Teams gleich zu kämpfen.“
Im Finale setzte sich das Tiroler Team Gschwentner und Co. jedenfalls 10:6 gegen Peiting II (GER) durch. Und das, obwohl man nach zwei Kehren schon 0:6 hinten lag. Nach einer Werbepause schlugen die Unterländer aber zurück. „Das war schon sehr speziell“, grinste Taxacher über beide Ohren. „Wir freuen uns wie kleine Kinder“, brachte auch Teamkollege Peter Gschwentner die Freude auf den Punkt.
Und auch wenn Taxacher als Weltmeister bereits höchste Weihen eingefahren hat, ordnet der Tiroler den Erfolg „relativ hoch ein“. Als Bestätigung diente der Blick auf das Smartphone. „Mein Telefon ist noch nie so heißgelaufen.“ 50 WhatsApp-Nachrichten, 20 SMS, E-Mails und zahlreiche Anrufe trudelten nach dem erfolgreichen TV-Auftritt ein. Die Rückmeldungen aus der Heimat fielen dabei durchwegs positiv aus. „Negativ sind wir im Fernsehen nicht aufgefallen“, lachte Taxacher, der den Siegerpokal aus den Händen eines echten Olympiasiegers entgegennahm. Abfahrts-Goldmedaillengewinner Fritz Strobl lobte: „Was die Teams hier aufs Eis gezaubert haben, ist beeindruckend.“ Das schaffte am Weißensee zuletzt ein gewisser James Bond ...