IS - Patriarch Sako für Städte-Partnerschaften EU mit Orten im Irak
Damaskus (APA) - Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako wünscht sich EU-Hilfe für christlich geprägte Orte im Irak, die von...
Damaskus (APA) - Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako wünscht sich EU-Hilfe für christlich geprägte Orte im Irak, die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) befreit wurden. Jeder EU-Mitgliedsstaat solle nach seiner Vorstellung - je nach seiner Größe - Partnerschafen mit einer oder mehreren Kleinstädten bzw. Dörfern in der Ninive-Ebene eingehen, um den Wiederaufbau zu ermöglichen.
Dies werde auch nach Europa geflüchtete Christen motivieren, in die Heimat zurückzukehren, sagte Sako laut Kathpress. Sako ließ keinen Zweifel, dass die vertriebenen Christen nach ihrer Rückkehr in ihre Heimstätten auch internationaler Hilfe bedürfen werden. Es sei eine von der UNO oder von der EU getragene Kontrollstelle notwendig, damit die Christen nicht neuerlich hilflos islamistischen Bedrängern ausgeliefert seien.
Eine Voraussetzung für die Rückkehr der Christen in ihre Heimatorte sei die völlige Befreiung von Mosul. Denn solange noch einzelne Bezirke der Metropole in der Hand der Terroristen seien, könne „Daesh“ (IS) die Kleinstädte und Dörfer infiltrieren und dort Panik auslösen. Eine weitere Voraussetzung sei die Beseitigung der von den Terroristen installierten Minenfallen. Schließlich müsse man bedenken, dass viele Orte in der Ninive-Ebene zerstört seien, sagte der Patriarch, er habe Orte gesehen, wo 30 bis 40 Prozent der Häuser Ruinen sind. Auch die meisten Kirchen, viele Straßen und sonstige Infrastruktureinrichtungen seien schwer beschädigt.
Sako schlug außerdem den im Irak präsenten christlichen Kirchen die Schaffung eines „Irakischen Kirchenrates“ vor. Ein entsprechendes Kommunique wurde auf der Website des chaldäischen Patriarchats und auch von der italienischen katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“ veröffentlicht, wie die Stiftung Pro Oriente berichtet. Als Hauptziele des Kirchenrates werden die Förderung „des Geistes der christlichen Einheit“, die Koordinierung der Sozial- und Bildungsinitiativen der christlichen Kirchen und die Vertiefung des gemeinsamen Dialogs mit den Muslimen genannt.
Es gehe aber auch um die Veranstaltung ökumenischer Gebetstreffen und die Erarbeitung gemeinsamer Positionen zu gesellschaftspolitischen Fragen, vor allem im Hinblick auf die soziale Gerechtigkeit und die Rechtsgleichheit von Christen und Muslimen im Irak. Der Kirchenrat solle insgesamt zur Förderung „einer Kultur des Friedens und der harmonischen Koexistenz“ beitragen.