Europas Leitbörsen zu Mittag mehrheitlich im Minus
Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben Montag im Mittagshandel weiter mehrheitlich schwächer tendiert. Der Euro-Stoxx-50 lag geg...
Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben Montag im Mittagshandel weiter mehrheitlich schwächer tendiert. Der Euro-Stoxx-50 lag gegen 12.10 Uhr 0,64 Prozent im Minus bei 3.303,23 Punkten. Der deutsche Leitindex DAX verlor belastet von Kursverlusten bei den Autowerten 0,60 Prozent auf 11.558,98 Punkte.
Knapp im Plus notierte hingegen der britische FTSE-100, der um 0,03 Prozent auf 7.340,05 Stellen stieg. Unterstützung kam hier von einer Abschwächung des britischen Pfunds. Dieses ist im Vorfeld der für Dienstag anberaumten Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 1985 gefallen. Zum Euro erreichte das Pfund den niedrigsten Stand seit vergangenem Dezember.
Im DAX gehörten die Aktien von BMW (minus 2,13 Prozent), Daimler (minus 1,92 Prozent) und Volkswagen (minus 1,87 Prozent) zu den größten Verlierern. Der künftige US-Präsident Donald Trump hat in einem Zeitungsinterview Strafzölle für die deutschen Autohersteller angekündigt. „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen“, sagte Trump in einem Gespräch mit der deutschen „Bild“ und der britischen „Times“. BMW zeigte sich in einer ersten Reaktion allerdings gelassen. Politiker der beiden deutschen Regierungsparteien CDU und SPD zweifelten ebenfalls an, dass Trumps Ankündigung tatsächlich umgesetzt werde.
Im Euro-Stoxx-50 sprangen die Aktien von Essilor um über 13,5 Prozent nach oben und setzten sich damit mit klarem Abstand an die Indexspitze. Der französische Brillenglasproduzent hat sich mit dem italienischen Brillenhersteller Luxottica auf eine Fusion im Volumen von etwa 46 Mrd. Euro geeinigt. Der gemeinsame Umsatz wird nach Unternehmensangaben 15 Mrd. Euro betragen. Luxottica-Papiere wurden ebenfalls sehr stark nachgefragt und gewannen an der Mailänder Börse 8,66 Prozent.
In Stockholm blieben die Anteilsscheine von Hennes & Mauritz (H&M) zu Mittag unter Druck und tendierten um 2,04 Prozent tiefer. Die Modekette hat ihren Umsatz im Dezember erneut weniger stark gesteigert als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Erlöse in Landeswährungen inklusive Umsatzsteuer um sechs Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt ein Umsatzplus von neun Prozent erwartet.
Im Branchenvergleich zeigten sich vor allem Finanzwerte schwach. Deutliche Kursverluste verzeichneten etwa UniCredit (minus 2,62 Prozent), Deutsche Bank (minus 2,15 Prozent) oder Societe Generale (minus 1,80 Prozent).
Im weiteren Tagesverlauf sind keine größeren Impulse zu erwarten. „Die neue Woche startet verhalten“, kommentieren die Analysten der Helaba. In den USA würden wegen eines Feiertages ohnehin keine Konjunkturdaten veröffentlicht und auch in der Eurozone und Großbritannien stünden außer Reden von Notenbankern „keine bemerkenswerten Einträge“ im Datenkalender. Sprechen werden unter anderem der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, sowie der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney. Die Reden sind für den späten Nachmittag angesetzt. Die Aktienbörsen in New York bleiben wegen des US-Feiertages geschlossen.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA257 2017-01-16/12:22