Grazer Chirurgie-Neubau: Im Frühsommer wird übersiedelt
Graz (APA) - Der Neubau des Chirurgiekomplexes am Grazer Universitätsklinikum ist bereits so weit fortgeschritten, dass im Frühsommer mit de...
Graz (APA) - Der Neubau des Chirurgiekomplexes am Grazer Universitätsklinikum ist bereits so weit fortgeschritten, dass im Frühsommer mit der Übersiedlung der Pflegestationen begonnen werden kann. Im Herbst sollen dann auch die Operationssäle transferiert werden. Der gesamte Um- und Neubau des Komplexes soll 2021 abgeschlossen sein, hieß es am Montag bei einer Baustellenführung.
KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg führte am Montag durch das aktuell größte Bauprojekt für medizinische Versorgung in der Steiermark. Zeitlich und finanziell liege das Projekt im Rahmen, sagte er am Montag beim Rundgang durch die Großbaustelle. Insgesamt werden rund 250 Millionen Euro investiert.
Die „Chirurgie neu“ stelle den größten „Brocken“ des mit etwa 500 Mio. Euro anberaumten Gesamtprojektes „LKH 2020“ dar, schilderte Tscheliessnigg. Es umfasst neben der dringend notwendigen Sanierung und dem Neubau der Uniklinik für Chirurgie die Neubauten der Uniklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Um die Finanzierung des lange fälligen Um- und Neubaus des markanten Komplexes aus den 1970er-Jahren sei lange gerungen worden. Im Sommer 2013 konnte schließlich mit den Bauarbeiten begonnen werden, fasste Tscheliessnigg zusammen.
Im kommenden Mai will man nun bei laufendem Betrieb mit der Übersiedlung der acht Pflegestationen in das südlich angebaute neue Hochhaus - den sogenannten D-Trakt - beginnen, erklärte Pflegedirektorin Christa Tax. Im neunten - obersten - Geschoß befindet sich die Sonderklasse-Station mit einer Kapazität von 20 Betten, aufgeteilt in Ein- und Zweibettzimmer. In den Standardzimmern soll es maximal vier Betten geben.
Im Herbst 2017 sollen die 16 neuen Operationssäle, die im vorgelagerten Funktionstrakt auf zwei Geschoßen zusammengefasst werden, in Betrieb gehen. Weitere neun OP sollen zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden. Gegen Jahresende folge die Übersiedlung der Intensivstationen. In diesem Trakt werde in den Untergeschoßen auch eine Tagesklinik für 50 Patienten inklusive Endoskopieeinheit untergebracht. Die Ver- und Entsorgung wird über ein Tunnelsystem im ersten Untergeschoß erfolgen.
Im Anschluss soll die Generalsanierung des alten Chirurgiehochhauses beginnen, wie KAGes-Vorstandsvorsitzender Tscheliessnigg berichtete: „Das ist eigentlich schamlos untertrieben. In Wahrheit ist es ein Neubau bei laufendem Betrieb“. Zuletzt sollen die ältesten Pflegetrakte A und B saniert werden. Sämtliche Bauetappen sollen 2021 abgeschlossen sein.
Für den steirischen Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) stellt das Großprojekt das „Flagship der Gesundheitsversorgung der Steiermark“ dar. Er verwies darauf, dass in Sichtweite gleichzeitig der Campus der Medizinischen Universität Graz im Entstehen ist, der im Herbst 2017 eröffnet wird.