Stichwort - Die Bedeutung der USA für die deutsche Wirtschaft
Washington (APA/Reuters) - Er ist noch gar nicht im Amt, trotzdem sorgt der künftige US-Präsident Donald Trump für Verunsicherung in der deu...
Washington (APA/Reuters) - Er ist noch gar nicht im Amt, trotzdem sorgt der künftige US-Präsident Donald Trump für Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft. In einem Interview der „Bild“-Zeitung und der britischen „Times“ drohte er etwa deutschen Autobauern mit Strafzöllen für nicht in den USA gebaute Fahrzeuge. Das schürt Sorgen vor wachsendem Protektionismus und einem Handelskrieg.
Im Folgenden ein Überblick, wie wichtig die USA für die deutsche Wirtschaft sind:
HANDEL
Seit 2015 sind die USA der wichtigste Exportkunde der deutschen Unternehmen, nachdem über mehr als sechs Jahrzehnte Frankreich diese Position innehielt. Waren im Wert von rund 114 Mrd. Euro wurden damals dorthin verkauft - vor allem Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte. Das entspricht einem Anteil von etwa zehn Prozent an den gesamten Ausfuhren. Umgekehrt importierte Deutschland Waren im Wert von knapp 60 Mrd. Euro aus den USA, was sechs Prozent aller deutschen Einfuhren entspricht.
JOBS
Mehr als eine Million Jobs in Deutschland hängen direkt oder indirekt von den Exporten in die USA ab. Weitere 630.000 Arbeitsplätze gibt es in Betrieben, die von US-Firmen kontrolliert werden. Allein McDonald‘s Deutschland zählt etwa 58.000 Mitarbeiter, der Personaldienstleister Manpower 27.000, die Ford-Werke gut 25.000 und die GM-Tochter Opel etwa 18.000.
Umgekehrt schaffen deutsche Unternehmen in den USA ebenfalls Hunderttausende Stellen. Größter deutscher Arbeitgeber ist dort die Deutsche-Post-Tochter DHL mit rund 77.000 Beschäftigten, gefolgt von Siemens (70.000), dem Autozulieferer ZF (62.000) und Volkswagen (60.000).
INVESTITIONEN
Die deutschen Unternehmen haben mehr als 271 Mrd. Euro an Direktinvestitionen in den USA - etwa Fabriken und Immobilien. Mehr als 3.700 Unternehmen sind in den Vereinigten Staaten tätig. Allein die 50 größten deutschen Firmen dort kommen auf einen Jahresumsatz von 400 Mrd. Dollar.
Auch US-Unternehmen haben erhebliche Beträge in Deutschland investiert: Der Bestand summiert sich auf rund 27 Mrd. Euro. Allein 2015 wurden 252 neue Projekte in Deutschland von US-Firmen gestartet, von Neuansiedlungen auf der grünen Wiese über Erweiterungen bis hin zu Standortwechseln. Nur chinesische Unternehmen waren mit 260 Projekten noch aktiver. Allein die 50 größten US-Unternehmen kommen in Deutschland auf einen Jahresumsatz von rund 170 Mrd. Euro.