AmCham-Deutschland-Präsident kritisiert Trump - „Signale nicht gut“

Washington/Berlin (APA/Reuters) - Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) kritisiert die Strafzoll-Drohung des künft...

Washington/Berlin (APA/Reuters) - Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) kritisiert die Strafzoll-Drohung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump gegen deutsche Autobauer. „Die Signale, die Trump aussendet, sind nicht gut“, sagte AmCham-Präsident Bernhard Mattes am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Wirtschaft und die Menschen sind verunsichert.“

Zugleich warnt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH vor Aktionismus. „Wir müssen gelassen bleiben und abwarten, was Trump von seinen Ankündigungen tatsächlich umsetzen wird.“ Sowohl die USA als auch Deutschland hätten jahrzehntelang von internationalem Handel und offenem Investitionsklima profitiert. „Insofern halte ich Gedanken über Vergeltungsmaßnahmen für unangebracht“, betonte der AmCham-Chef, dessen Organisation mehr als 3.000 Unternehmen vertritt.

Mit seiner „America First“-Politik trete Trump für freien und fairen Handel ein, wenn er den USA nutze. „In einer global verflochtenen Wirtschaft kann es aber nicht nur einseitige Vorteile geben“, sagte Mattes. „Und es ist ein Irrtum zu glauben, dass derartige protektionistische Maßnahmen Wohlstand im Inneren schaffen.“ Zwar könnten dringend benötigte Reformen angestoßen werden. „Aber das sollte nicht auf Kosten langjähriger Wirtschaftspartner, der Arbeitnehmer und Verbraucher geschehen.“ AmCham Germany setze sich für starke transatlantische Wirtschaftsbeziehungen ein, die Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks bringen.

Zur Drohung Trumps, deutsche Autohersteller mit Strafzöllen von 35 Prozent für in Mexiko hergestellte Fahrzeuge zu belegen, sagte Mattes: „Die Firmen produzieren dort, wo es für sie die besten Standortbedingungen gibt. Ein wettbewerbsfähiger Standort zeichnet sich dadurch aus, dass Konzern-Vorstände frei entscheiden können, wo und was sie produzieren, ohne Druck von Regierungen.“ Die Unternehmen würden durchrechnen, ob sich eine Produktionsverlagerung in die Vereinigten Staaten rechne. „Die Produktionskosten würden sehr wahrscheinlich steigen, die Produkte sich damit verteuern.“ Für die US-Wirtschaft wäre es keine Langzeitlösung, klassische Industrie-Jobs zurückzuholen, denn die Zukunft liege in neuen digitalen Technologien. „Viel wichtiger wäre Bildung und Ausbildung für die Hightech-Jobs, die durch die Digitalisierung entstehen“, sagte Mattes.