Bezirk Kitzbühel

Radlader-Fahrer: „Angst hatte ich nicht wirklich“

Der Radlader, mit dem Markus Einwaller am Sonntag in der Früh unterwegs war, wurde von den Schüssen nicht beschädigt.

Markus Einwaller stand beim Schneeräumen plötzlich einem Bewaffneten gegenüber.

Von Michael Mader

Kössen –Von seinem Schreck schon wieder erholt hat sich der Radlader-Fahrer Markus Einwaller. Wie berichtet, hatte ein 26-Jähriger am Sonntag um vier Uhr in der Früh in Kössen mehrere Schüsse aus einer Luftdruckpistole auf das von Einwaller gelenkte Fahrzeug abgegeben. Dieser war im Auftrag der Gemeinde Kössen über eine Firma mit der Schneeräumung im Ort beschäftigt gewesen.

Einwaller erinnert sich: „Plötzlich stand einer mit einer Pistole auf der Fahrbahn. Ich bin sofort rückwärts gefahren und habe den Notruf der Polizei gewählt.“ Von den Schüssen selbst hat der Mann nichts mitbekommen. Seitens der Polizei heißt es, dass Einwaller die Schneeschaufel hochgefahren hat – vielleicht hat ihn das sogar vor einer Verletzung gerettet. So ist ihm jedenfalls außer einem Schreck nichts passiert, auch am Fahrzeug konnte keine Beschädigung festgestellt werden.

Im Gespräch mit der TT am Montag nimmt es Einwaller gelassen. Er war auch schon wieder mit der Schneeräumung beschäftigt: „Angst hatte ich nicht wirklich. Er ist mir halt im Weg gestanden und ich konnte nicht mehr weiterarbeiten“, zeigt er sich cool.

Eine der Luftdruckpistolen, die in der Unterkunft des 26-Jährigen von den Polizeibeamten noch am Sonntag sichergestellt worden war.
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Die Polizei sei auch sehr schnell vor Ort gewesen. Beamte von mehreren Polizeistreifen nahmen den Schützen in seiner Unterkunft in Kössen fest. „Ich habe noch gesehen, wie sie ihn mitgenommen haben“, berichtet Einwaller.

In der Wohnung des Verdächtigen wurde auch die Tatwaffe, eine mehrschüssige Luftdruckwaffe, und eine einschüssige Luftdruckpistole sichergestellt. Laut Polizei war der 26-Jährige stark alkoholisiert. Den Ermittlern gegenüber gab er an, dass er sich über den Lärm der Schneeräumung geärgert habe, weil er im Gastgewerbe arbeite und schlafen wollte.

Das sofort ausgesprochene vorläufige Waffenverbot gilt übrigens nicht nur für groß- und kleinkalibrige Waffen, sondern auch für Luftdruckwaffen und sogar einen Pfefferspray.