Deutsche Wirtschaft - Trump stellt Freihandel infrage

Berlin/Washington (APA/Reuters) - Die exportstarke deutsche Wirtschaft fürchtet nach den Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trum...

Berlin/Washington (APA/Reuters) - Die exportstarke deutsche Wirtschaft fürchtet nach den Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump um das internationale Handelssystem.

„Mit seinen Äußerungen stellt Donald Trump sowohl die bestehende Handelsarchitektur als auch die bisherige Form der wirtschaftlichen Zusammenarbeit infrage“, beklagte am Montag der Präsident des Deutschen Industrie-und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

Außenhandelspräsident Anton Börner forderte Kanzlerin Angela Merkel auf, Trump schnell zu treffen. „Wer glaubt, die europäische Union sei gegründet worden, um den USA zu schaden, hat eine krasse Fehlvorstellung“, sagte Börner als Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel sowie Dienstleistungen (BGA) zu Reuters. „Die Äußerungen des künftigen US-Präsidenten zeigen einmal mehr, dass wir schnell mit ihm ins Gespräch kommen und viel mit ihm und seinen Leuten reden müssen, um solche Fehleinschätzungen abzubauen“, sagte er. „Was gar nicht geht, ist mitten im Spiel die Regeln zu ändern, wie Strafzölle auf Produkte, die bisher in völligem Einklang mit den bestehenden Regelwerken gehandelt werden“.

DIHK-Präsident Schweitzer warnte Trump vor dem Aufbau von Handelshemmnissen im internationalen Warenaustausch. „Die Ausweitung von ‚Buy American‘-Klauseln bei öffentlichen Ausschreibungen oder sogar eine Abkehr von WTO und Freihandelsbestrebungen könnten letztlich auch amerikanischen Unternehmen schaden“, sagte er.

Trump hatte der „Bild“-Zeitung gesagt, er werde für Unternehmen, die im US-Nachbarland Mexiko für den US-Markt produzierten, hohe Grenzzölle verlangen. Ganz konkret forderte er den deutschen Autokonzern BMW auf, statt eines Werkes in Mexiko eines in den USA zu bauen, wenn man dort die Fahrzeuge verkaufen wolle.