Indiens Wut gegen Amazon: Nach Flaggen-Matte nun Gandhi-Sandalen
Neu-Delhi/Seattle (APA/dpa) - Nur wenige Tage, nachdem Amazon wegen einer bedruckten Fußmatte diplomatische Drohungen aus Indien erhalten ha...
Neu-Delhi/Seattle (APA/dpa) - Nur wenige Tage, nachdem Amazon wegen einer bedruckten Fußmatte diplomatische Drohungen aus Indien erhalten hat, steht dem Unternehmen der nächste Ärger ins Haus. Seit dem Wochenende häufen sich die Beschwerden beleidigter Inder, denen ein Produkt eines Drittanbieters auf der Plattform des Onlinehändlers nicht gefällt.
Es handelt sich um Sandalen, auf denen das Gesicht des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi aufgedruckt ist.
Auf der Produktseite von Amazon USA häufen sich die negativen Bewertungen. „Dies entehrt eines der größten Idole unserer Nation und der Welt“, heißt es dort. Oder: „Das ist einfach nur respektlos.“ Oder schlicht: „Ein schreckliches Produkt.“ Hinzu kommen massenweise Aufforderungen, den Verkäufer von der Plattform auszuschließen.
Erst am Donnerstag hatte Amazon in Kanada auf Druck der indischen Außenministerin Sushma Swaraj das Produkt eines Drittanbieters von seiner Seite genommen. Es handelte sich um eine Fußmatte, auf der die indische Flagge zu sehen war. Swaraj hatte gedroht, andernfalls Amazon-Mitarbeitern keine indischen Visa mehr auszustellen.
Auch diesmal gab es Kritik aus der Politik. Shaktikanta Das, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, schrieb auf Twitter: „Amazon sollte aufhören, gedankenlos mit indischen Symbolen und Ikonen umzugehen.“ Später stellte er klar, dies sei eine private Äußerung gewesen. Eine offizielle Reaktion von Amazon gab es nicht.
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