Italien in Gesprächen mit EU-Kommission über Staatsdefizit - Kreise

Mailand/Brüssel (APA/AFP) - Italien verhandelt derzeit mit der EU-Kommission über Wege zur Abwendung von Strafmaßnahmen wegen des zu hohen S...

Mailand/Brüssel (APA/AFP) - Italien verhandelt derzeit mit der EU-Kommission über Wege zur Abwendung von Strafmaßnahmen wegen des zu hohen Staatsdefizits. Das verlautete am Montag aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen. Brüssel hatte Italien und sieben weiteren Euroländern im November mit Strafen und einem beschränkten Zugang zu EU-Geldern gedroht, sollte es weiterhin die Regeln des Stabilitätspakts verletzen.

Die Zeitung „La Repubblica“ berichtete am Montag, die Kommission habe die italienische Regierung in der vergangenen Woche aufgefordert, 3,4 Milliarden Euro aufzubringen, um eine Einleitung von Strafmaßnahmen zu verhindern. „Brüssel hat uns daran erinnert, dass Italiens Schulden zu hoch sind“, sagte Finanzminister Pier Carlo Padoan dem TV-Sender Rai. „Wir alle wissen das“, fügte er hinzu, ohne sich zu den konkreten Forderungen aus Brüssel zu äußern.

„Der beste Weg, um die Verschuldung zu senken, ist Wachstum“, sagte Padoan weiter. Daher habe dies nun für die Regierung Priorität. Italien ist nach Griechenland das Euroland mit dem höchsten Schuldenstand. Er liegt derzeit bei 133 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Im vergangenen Jahr hatte Rom versprochen, das Defizit auf 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken - für 2017 sind nun aber doch 2,3 Prozent vorgesehen.