Bezirk Kitzbühel

Rotes Kreuz: Bezirksvorstand zurückgetreten

Symbolbild.
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Das Rote Kreuz Kitzbühel steht derzeit ohne Führung da. Hans-Urs Krause legte sein Amt nieder.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Die Woche startete mit einem Knalleffekt bei der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Kitzbühel: Sie steht derzeit komplett ohne Führung da. In einer Presseaussendung teilte das Rote Kreuz mit, dass sich der Bezirksstellenleiter Hans-Urs Krause zurückzieht. „Mit einem persönlichen Schreiben an jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter verabschiedete sich der Leiter der Rotkreuz-Bezirksstelle Kitzbühel am Montag aus seiner Tätigkeit“, heißt es in der Presseaussendung.

Aber nicht nur Krause legt sein Amt zurück, mit ihm der gesamte Vorstand. So seine beiden Stellvertreter Siegfried Nagl und Thomas Obermoser. Krause war acht Jahre lang an der Spitze des Roten Kreuzes im Bezirk Kitzbühel und war zum Teil umstritten. Vor allem in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Diskussionen, sogar bis hin zu Entlassungen von Mitarbeitern. Die Zerwürfnisse waren zum Teil offensichtlich. Trotzdem kam der Rücktritt nun doch überraschend. „Die Ortsstellenleiter wollten mich weghaben. Es wurden schon Unterschriften gesammelt. Das hätte zwar nicht gereicht, aber irgendwann reicht es einem halt selbst“, sagt Krause auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Er habe die Bezirksstelle in einem schlechten Zustand übernommen. Mit 100.000 Euro Schulden, wie Krause betont. Diese habe man saniert, es gebe inzwischen auch mehr Freiwillige als zum Zeitpunkt seiner Übernahme. Fünf Lebensmitteltafeln wurden gegründet, ebenso zwei Kleiderläden, und auch die Neugestaltung des Rettungsdienstes wurde gut über die Bühne gebracht. „Aber wenn das alles nicht reicht, dann muss man es lassen“, erklärt Krause.

Fehler in seiner Tätigkeit als Bezirksstellenleiter seien ihm keine bewusst. „Oft kennen die Mitarbeiter die größeren Zusammenhänge nicht und setzen Aktionen, die zwar so nicht beabsichtigt sind, aber trotzdem das Rote Kreuz und die meist ehrenamtliche Arbeit aller anderen schädigen“, sagt Krause. Auch sei es sehr schwierig, gute Führungskräfte zu bekommen. „Die, die gut wären, die wollen meist nicht“, schildert Krause. Auch mit den Freiwilligen sei es nicht immer einfach. „Viele wollen sich freiwillig betätigen, aber so, wie sie wollen, und das ist dann halt schwierig“, erklärt Krause. Nun stünde das Rote Kreuz im Bezirk Kitzbühel ohne Führung da. „Aber sie wollten es so, jetzt müssen sie selbst schauen, dass sie da wieder herauskommen“, sagt der ehemalige Bezirksstellenleiter.

Eine Neuwahl müsse innerhalb der nächsten vier Wochen stattfinden, sagt Rotkreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Herbert Haid. Den Abgang von Krause wolle er nicht kommentieren. Gerüchte, wonach auch er seinen Hut nehmen könnte, dementiert er allerdings. Jetzt müsse erst die Neuwahl über die Bühne gebracht werden. Neben dem Bezirksstellenleiter braucht es zwei Stellvertreter, einen Finanzreferenten und noch einen Chefarzt. Alle Positionen sind neu zu besetzen.

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