Europas Leitbörsen starten schwächer in den Handel
Frankfurt am Main (APA) - Nach dem schwächeren Wochenauftakt haben die europäischen Leitbörsen auch am Dienstag den Handel im roten Bereich ...
Frankfurt am Main (APA) - Nach dem schwächeren Wochenauftakt haben die europäischen Leitbörsen auch am Dienstag den Handel im roten Bereich begonnen. Der Euro-Stoxx-50 gab gegen 9.30 Uhr 0,58 Prozent oder 18,97 Punkte auf 3.275,56 Einheiten ab. Der DAX in Frankfurt verlor 0,59 Prozent oder 68,54 Zähler auf 11.486,17 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,39 Prozent oder 28,73 Einheiten auf 7.298,40 Punkte.
Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt heute die Rede der britischen Premierministerin Theresa May, in der die Brexit-Pläne der Regierung vorgestellt werden sollen. Britische Medien erwarten von der May-Rede einen klaren Bruch mit der Europäischen Union, einen sogenannten harten Brexit. Laut einem Bericht des britischen „Telegraph“ werde sich May bei ihrer Grundsatzrede um 12.45 Uhr zum Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion bekennen. Dies gehöre zu den wichtigsten zwölf Verhandlungszielen, die May in ihrer Rede darlegen werde.
Es werde keine Teil-Mitgliedschaft in der EU noch sonstige Konstrukte geben, die Großbritannien „halb drinnen“ oder „halb draußen“ ließen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Mays Redetext. Bereits in Japan hatte die Aussicht darauf für Verunsicherung unter den Anlegern und für deutliche Kursverluste an den Börsen gesorgt. Von der Wall Street kamen wegen des feiertagsbedingt handelsfreien Wochenauftakts keine Impulse.
Auch unternehmensseitig richtete sich der Blick der Anleger nach Großbritannien, wo der britische Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) die Komplettübernahme seines US-amerikanischen Konkurrenten Reynolds American angekündigt hatte. Beide Unternehmen hätten sich auf die Bedingungen zum Kauf der 57,8 Prozent der Reynolds-Anteile geeinigt, die noch nicht im Besitz von BAT seien, teilten die Briten mit. Die Kaufvereinbarung beläuft sich auf rund 49,4 Mrd. Dollar. BAT bietet den anderen Reynolds-Anteilseignern je Aktie 29,44 US-Dollar in bar plus 0,5260 an der New Yorker Börse notierte Hinterlegungsscheine (ADR) für die eigene Aktie. BAT-Aktien starteten mit einem moderaten Plus von 0,25 Prozent in den Handel.
Dagegen gerieten erneut deutsche Autowerte unter Druck. So rutschten Volkswagen mit minus 1,13 Prozent ans Ende des Euro-Stoxx-50 ab. Auch Daimler verloren 0,88 Prozent und BMW gaben 0,97 Prozent ab. Bereits am Vortag gaben die Werte deutlich Terrain ab. Der designierte US-Präsident hatte im Interview mit der deutschen „Bild“ und der britischen „Times“ seine protektionistisch geprägten Ansichten zur künftigen Wirtschaftspolitik bekräftigt und unter anderem Strafzölle für die deutschen Autohersteller ins Spiel gebracht, heißt es bei den Helaba-Analysten.
Auf der Gewinnerseite sammelten sich indessen meist als defensiv geltende Versorgertitel. Eni erhöhten sich um 0,58 Prozent und zogen damit an die Spitze im Euro-Stoxx-50. Dahinter rangierten Enel (plus 0,39 Prozent), Engie (plus 0,30 Prozent) und E.ON (plus 0,15 Prozent).
~ ISIN EU0009658145 ~ APA092 2017-01-17/09:40