Am Archbrand gibt es viel zum Schauen
Bei tagelanger Lawinenwarnstufe 3 in weiten Teilen Tirols sind Skitouren im Gelände eine Sache für sich: Das Archbrandkreuz oberhalb von Inzing ist aber machbar, am Gipfel bräuchte es sogar noch ein wenig Schnee.
Von Irene Rapp
Inzing –Endlich weg von der Piste ins Gelände: Allerdings herrscht in weiten Teilen Tirols Lawinenwarnstufe 3 – jene Stufe, bei der am meisten Unfälle passieren. Die Skitour auf das Jugendkreuz am Archbrand oberhalb von Inzing – in der Literatur als Archbrandkreuz zu finden – ist jedoch kaum lawinengefährdet. Der Aufstieg auf die unscheinbare Erhebung erfolgt in weiten Teilen durch den Wald, erst oberhalb der zwei Archbrandhütten lichtet sich das Gelände. Beim Kreuz war der Schnee teilweise schon arg abgeblasen. Trotzdem ist diese Tour reizvoll, denn eines bietet sie zuhauf – traumhafte Tiefblicke auf das Inntal und die umliegende Bergwelt.
So kommt man hin: Beim Schwimmbad am westlichen Ortsende von Inzing Richtung Hof (beschildert) bergwärts abbiegen. Nun eine schmale Zufahrtsstraße hinauf zu der geschichtsträchtigen Inzinger Siedlung. Hier steht u.a. der Wannerhof, der erstmals 1447 erwähnt worden ist. Der Hof ist das Geburtshaus von Jörg Kölderer (geboren um 1465/1470), der in die Geschichte als Hofmaler und Hofbaumeister von Kaiser Maximilian I. eingegangen ist. Neben den Häusern gibt es einige wenige Parkplätze (kostenlos). Von hier aus geht es mit den Skiern los: Zunächst links über eine Wiese, kurz folgt man dem Forstweg um die Kurve, dann biegt man gleich links in einen Hohlweg ab (beschildert). Nun teilweise sehr steil hinauf, links geht es steil in einen Graben hinab.
Tourentipp
Den Track für die Touren finden Sie direkt unter http://bit.ly/2ixa5H1
Nach rund einer halben Stunde mündet der Steig in den Forstweg, hier hält man sich entweder links (Wegweiser Archbrandkreuz) oder geht auf dem Forstweg weiter. Links geht es hinauf zu den ersten Wiesen mit vielen kleinen Holzhütten. Diese breite lichte Schneise im Wald, die sich weit nach oben zieht – oben aber ziemlich zugewachsen ist – wird „die Hoarlig“ genannt.
Immer den deutlichen Aufstiegsspuren nach, denn diese Tour ist sehr beliebt, dann gelangt man wieder zum Forstweg. Bereits von hier aus hat man traumhafte Ausblicke auf das Inntal, die aber noch beeindruckender werden. Bei einem Wegkreuz links hinauf, man gelangt in den Wald hinein und zieht in südwestlicher Richtung weiter. Erneut gelangt man auf den Forstweg, dem man folgt (Schranken), um dann gleich rechts in den Wald abzubiegen (Wegweiser Archbrand). Das Rangger Köpfl ist zum Greifen nah, steil geht es den Wald hinauf, man folgt immer der Markierung.
Langsam wird es lichter, dann hat man die Archbrandhütten (1696 m) erreicht, die auf einem beeindruckenden Platz liegen. Von hier sind es noch 45 Minuten zum Jugendkreuz, das 1978 von einer Jugendgruppe in der Inzinger Pfarre um Caritas-Direktor Georg Schärmer aufgestellt worden ist. Damals bildeten Hatting und Inzing eine Gemeinde, später kam es zur Trennung. Deswegen steht das Kreuz heute auf Hattinger Gemeindegebiet und auch nicht auf dem höchsten Punkt der Erhebung, sondern ein Stück darunter, weil diese Stelle den besten Blick auf Inzing bot.
Doch zunächst geht es noch durch lichten Wald, dann im freien Gelände weiter. Hier hat der Wind gute Arbeit geleistet und ein wenig Schnee verblasen. Und dann steht man nach rund 2,5 Stunden und 1100 Höhenmetern beim Jugendkreuz (1960 m) und staunt über tolle Ausblicke ins Tal sowie auf Roßkogel und Peider Spitze. Wer will, kann weitergehen zum Rauhen Kopf (2302 m) oder Brechten (2419 m). Fazit: eine Tour, auf der es viel zu schauen gibt.