Zerbrechliche Ornamente: Glas aus der Wiener Werkstätte im MAK
Wien (APA) - Eigentlich haben sie Gebäude entworfen - vom massiven Bauwerk zum fragilen Glas war es für die Proponenten der Wiener Werkstätt...
Wien (APA) - Eigentlich haben sie Gebäude entworfen - vom massiven Bauwerk zum fragilen Glas war es für die Proponenten der Wiener Werkstätte rund um Josef Hoffmann, Koloman Moser, Adolf Loos und ihre Kollegen aber offenbar nicht weit. Zerbrechlicher die Ornamente, kleiner, aber auch manchmal radikaler das Design. Ab morgen, Mittwoch, ist im MAK die umfangreiche Ausstellung „Das Glas der Architekten“ zu sehen.
Die Ausstellung mit mehr als 300 Gläsern, die man aus MAK-Beständen zuerst im venezianischen „Stanze del Vetro“ zeigte, mauserte sich dort zum Publikumserfolg - nun hat man sich entschieden, sie heimzuholen. Trinkgläser, Weindekanter, Vasen und Tellerchen erzählen von den 1910er bis 1930er Jahren, von eleganter Ornamentik und üppigem Klassizismus, von Kriegstrunkenheit und Nachkriegsnüchternheit, von Gebrauchsgegenstand und Kunsthandwerk.
Sie erzählen vom Umbruch einer Künstlergeneration, die sich als Studenten des Architekturprofessors Otto Wagner oder der reformfreudigen Kunstgewerbeschule sowohl als Entwerfer wie als Handwerker betrachtete und der gerade der Gebrauchs- und Ziergegenstand willkommenes Objekt für ihren Gestaltungsdrang war. Miteinander und mit den Produzenten und Manufakturen wie J. & L. Lobmeyr oder Johann Loetz Witwe kommunizierten sie durch minutiöse Skizzen, die eines Architekten würdig waren und schon für sich genommen als faszinierende Ausstellungsstücke durchgehen.
Glas zählt zu den programmatischen Themen des heurigen MAK-Programms.“Die Fragilität des Glases ist auch ein schönes Sinnbild für das Handwerk im digitalen Zeitalter“, hatte Museumsdirektor Christoph Thun-Hohenstein bei der Jahrespressekonferenz erklärt. Nicht zufällig wird die Ausstellung deshalb in zeitlicher wie räumlicher Nähe sowohl zur aktuellen Handwerks-Ausstellung „Tradiertes Können in der digitalen Welt“ als auch zu einer weiteren Glasausstellung gezeigt: „Gläser der Empire- und Biedermeierzeit“ ist ab 1. Februar zu sehen.
(S E R V I C E - „Das Glas der Architekten. Wien 1900-1937.“ MAK-Ausstellungshalle, www.mak.at)