Ferdinand II. in allen Facetten
Das Jahr 2017 steht in Schloss Ambras im Zeichen des Tiroler Landesfürsten.
Innsbruck –Allein in den letzten fünf Jahren seien vier neue Buchtitel über Philippine Welser erschienen, sagt Schloss-Ambras-Chefin Veronika Sandbichler. Die bürgerliche – und damit nicht standesgemäße – erste Ehefrau von Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595) ist nach wie vor ein beliebter Stoff für sowohl wissenschaftliche als auch eher dem Bereich der Trivialliteratur zuordenbare Beschäftigungen. Was man von ihrem Gemahl nicht unbedingt behaupten kann. Erstaunlicherweise. Denn der Urenkel Kaiser Maximilians I. und Erbauer von Schloss Ambras ging als Renaissancefürst der Künste und Wissenschaften mit seiner berühmten Ambraser Kunst- und Wunderkammer, als humanistisch gebildeter Fürst, nicht zuletzt aber auch durch sein erbarmungsloses Vorgehen gegen Protestanten und Wiedertäufer in die Geschichte ein.
Die laut Verlagsangaben „erste moderne Biografie des ‚Tiroler Habsburgers‘ Ferdinand II.“, geschrieben von Michael Forcher, erscheint heuer bei Haymon. In allen Facetten beleuchtet werden sollen Leben und Wirken Ferdinands II. 2017 aber vor allem in der Ambraser Jubiläumsausstellung „Ferdinand II. – 450 Jahre Tiroler Landesfürst“ (15. Juni bis 8. Oktober). Diese sei, so Sandbichler, ein „internationales Großprojekt“ mit zahlreichen Leihgebern und Partnern u. a. aus der Tschechei. Ein Stichtag für dieses 450-Jahr-Jubiläum war übrigens schon der gestrige Dienstag: Exakt am 17. Jänner 1567 hatte Ferdinand seinen feierlichen Einzug in Innsbruck gehalten. Zwei von der Landesgedächtnisstiftung als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellte Gemälde von des Erzherzogs zweiter Frau Anna Caterina Gonzaga wurden deshalb gestern in Ambras präsentiert.
Weitergehen soll es aber auch mit infrastrukturellen Maßnahmen. Das wichtigste Anliegen von Museums-Chefin Sandbichler ist die Wiedereröffnung einer Gastronomie. Ein Projekt, das sich wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten auf dem Areal – Burghauptmannschaft, Bundesgärten und Kunsthistorisches Museum – denkbar kompliziert gestaltete. Das einst von der Burghauptmannschaft betriebene Restaurant wurde 2014 geschlossen, was, so Sandbichler, einen „enormen Image-Schaden“ nach sich zog. Weshalb man intensiv nach einer „eigenen Lösung“ gesucht habe. Sie scheint gefunden: Ein Café/Bistro soll bis Juni in den Räumen der gotischen Küche im Hochschloss entstehen und auch den Innenhof mit seinen wunderbaren Fresken aus dem 16. Jahrhundert bespielen. Ein Pächter wird gerade gesucht, offen stehen soll das Café auch für Nicht-Museumsbesucher. (jel)