Standort Tirol

Luftfahrtbranche hält Einzug in Zellberg

GF Jürgen Hannig, Betriebsleiter Hansjörg Geisler, Mitarbeiterin Belinda Flörl und GF Richard Felix (v.?l.) begutachten einen Handbremshebel für BMW im Zellberger Werk.
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Das deutsche Unternehmen General Aerospace kaufte AL-KO Actuation Systems und plant mittelfristig, den Zillertaler Standort auszubauen.

Von Angela Dähling

Zellberg –Genau ein Jahr lang war der einstige AL-KO-Standort in Zellberg sozusagen in amerikanischer Hand. Jetzt ist er unter deutscher Führung. Denn die General Aerospace GmBH (GA) aus Eschbach (Baden-Württemberg) hat die Seilzugsparte der AL-KO Fahrzeugtechnik in Zellberg und das Werk in Sura Mica (Rumänien) von der DexKo Global mit Wirkung zum 1. Jänner 2017 erworben. Das Unternehmen heißt jetzt GA Actuation Systems.

Komponenten, mit denen Rückenlehnen von Flugzeugsitzen verstellt werden (u.?r.), werden hier nun auch produziert.
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Die 110 Mitarbeiter in Zellberg und weitere 40 in Rumänien sind mit allen Rechten und Pflichten übernommen worden. General Aerospace hat mit 43 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 9Mio. Euro damit ein Unternehmen dreifachen Umsatzumfangs geschluckt: Mit 150 Mitarbeitern wurde bei der AL-KO-Seilzugsparte 2016 ein Umsatz von 28,7 Mio. Euro erzielt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, erklären die beiden GA-Actuation-Systems-Geschäftsführer, Jürgen Hannig und Richard Felix. Der Deal sei innerhalb von fünf Wochen über die Bühne gegangen, nachdem Hannig als CEO der General Aerospace bei Felix als Leiter für Vertrieb und Technik im Zillertal Seilzüge bestellte und von den Verkaufsabsichten erfuhr. „Denn der amerikanische Eigentümer DexKO will sich ausschließlich auf das Kerngeschäft, die Fertigung von Komponenten für Anhänger, konzentrieren“, erklärt Felix. Bei AL-KO in Deutschland und Obdach bleiben die Sparten Garten und Hobby beheimatet.

Den Kauf bezeichnet Hannig als „große Nummer“, die damit entstehenden Synergien der Branchen Automobil und Luftfahrt als „spannend und genial“. Während AL-KO Actuation Systems Handbremshebel und -seile sowie die Verbindungen zwischen Türgriff und Türschloss für BMW, Renault, Opel und VW produziert, gilt General ­Aerospace als Marktführer der Seilzugindustrie in der Luftfahrtbranche. „Einer unserer Schwerpunkte ist die Produktentwicklung, wir werden mit Aufträgen überrollt“, sagt Hannig. Boeing, Airbus sowie der Sitzhersteller Zodiac gehören bereits zu den Kunden, der chinesische Flugzeughersteller Comac soll es bald werden, sagt Hannig. Man wolle in den USA die Monopolstellung von PL Porter brechen. Weitere Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Bis 2020 werde man im Zellberger Werk, das weiterhin im Besitz von AL-KO ist, bleiben. Dann wolle man expandieren und ein neues Werk im Zillertal bauen. Hannig: „Wir wollen hier auf keinen Fall die Segel streichen.“

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