Eishockey/Fussball

Wenn Fußballer dem Leder fremdgehen

Stefan Plattner (l.) und Manuel Weichselbraun (beide SV Axams) kämpfen auch auf dem Eis für den EC Götzens gemeinsam um Punkte.

Rund 20 Tiroler Unterhaus-Kicker nutzen die Winterpause, um in den Tiroler Eishockey-Ligen Ausgleich zu finden. Dabei geben sie eine gute Figur ab, Claus Haltmeier geigt sogar bei Eliteliga-Tabellenführer Kundl.

Von Daniel Lenninger

Götzens –„Ein echter Stürmer weiß, wo das Tor steht – und auch, wie groß es ist.“ Aus der Sicht von Manuel Weichselbraun lässt sich das gängige Sprichwort vom Fußballer und dem Tor ohne Probleme abwandeln. Der 22-Jährige jagt nämlich dem Puck hinterher, wenn das runde Leder in den Wintermonaten gerade nicht in Mode ist. Und das ziemlich erfolgreich – nach seinen neun Hinrundentoren für den Fußball-Landesligisten SV Axams legte Weichselbraun auf dem Eis für den EC Götzens bisher weitere elf Treffer nach.

Mit seinen Allrounderfähigkeiten reiht sich der „Sport-Junkie“ aus dem westlichen Mittelgebirge in eine Liste von rund 20 Unterhaus-Akteuren ein, die bei der Frage, wie erholsam ihre Fußballpause gewesen sei, wohl mit einem vielsagenden Schmunzeln antworten würden.

Dass viele Kicker auch mit dem Schläger eine Klasse für sich sind, belegen die Zahlen. So sind die drei Erstplatzierten in der Landesliga-Scorerliste allesamt Kicker: Thomas Jud (Fußballverein SV Buch) und Nico Strobl (SV Fritzens) schossen den EHC Weerberg mit jeweils 28 Punkten zur überlegenen Tabellenführung, der drittplatzierte Daniel Fischnaller (SPG Schönwies/Mils) in Diensten der SPG Imst/Silz stand dem Duo in Sachen Toren und Assists auch kaum nach.

Mit Claus Haltmeier (SV Fritzens bzw. EHC Kundl), Ergün Pece (SPG Silz/Mötz bzw. Silz Bulls) und Manuel Florian­i (SV Haiming bzw. Silz Bulls) sind weitere Fußballer sogar eine Spielklasse höher in der Eliteliga aktiv.

Weichselbraun empfindet es als einen „super Ausgleich“ und spricht damit wohl allen Gleichgesinnten aus der Seele: „Ich sehe es auch als Vorteil, weil man dann einfach fitter ist.“ Gegen Ende des Fußballherbstes könnten sich die beiden Sportarten überschneiden. Seine fünfte Gelbe Karte, die ihn in der vorletzten Runde zu einer Pause beim Gastspiel in Reutte zwang und sein Mitwirken beim Eishockey-Spiel ermöglichte, sei aber keine Absicht gewesen. Aufgrund akuter Personalprobleme hätte Axams-Coach Florian Schwarz dieser Taktik wohl auch nicht zugestimmt. „Es ist wichtig, dass man mit dem Trainer einen guten Kompromiss findet“, berichtet Weichselbraun von ehemaligen „Vorgesetzten“, die ihm seine Abwesenheit auf dem Fußballplatz nur verziehen hätten, wenn auf dem Eis ein Spiel auf dem Programm stand – nicht aber bei Trainingseinheiten.

Spätestens Ende März muss die Umstellung erfolgen. Nicht, dass sich der eine oder andere Kicker nach einem Unterhaus-Match auf das abschließende Drittel vorbereiten muss ...

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