Quotenregelung

Quote für Mediziner dürfte halten

© Andreas Rottensteiner / TT

Die EU will die Regelung nur für Allgemeinmediziner anerkennen, nicht für Zahnärzte. Nächste Woche soll die endgültige Entscheidung fallen.

Brüssel, Innsbruck –Die Quotenregelung für ausländische Studenten beim Medizinstudium in Österreich dürfte halten. Dem Vernehmen nach will die EU-Kommission bald das Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich einstellen und das Moratorium unbefristet verlängern. 75 Prozent der Studienplätze würden dann auch weiterhin Österreichern vorbehalten bleiben, 20 Prozent EU-Bürgern und fünf Prozent Maturanten aus Nicht-EU-Ländern. Nächste Woche soll das offizielle Ergebnis aus Brüssel vorliegen.

Damit die Quote auch gesichert ist, müsse Österreich mit Berichten nachweisen, dass sonst die medizinische Versorgung nicht gesichert sei, hieß es gestern. Eine Argumentation, die sich die Tiroler Landesregierung auch für ihre geplante Medical School zunutze machen will. Wie berichtet, liegt ein entsprechendes Rechtsgutachten vor. An der landes­eigenen Ärzteschmiede sollen Tiroler, Südtiroler und Vorarlberger zum Zug kommen. Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) will damit einem Mangel an Allgemeinmedizinern in Tirol vorbeugen.

Die Rektorin der Medizinischen Universität, Helga Fritsch, wollte gestern weder die Pläne der Landesregierung noch die neuesten Nachrichten zur Quotenregelung aus Brüssel kommentieren. Man warte, bis das Ergebnis der Machbarkeitsstudie bzw. die offizielle Nachricht der EU-Kommission auf dem Tisch liege. Würde die Quote nicht halten, hätte das aufgrund der geografischen Nähe zu Deutschland vor allem für die Innsbrucker Med-Uni gravierende Folgen. Sie würde praktisch von deutschen Studenten gestürmt, Einheimische kämen zu kurz, so die Befürchtung.

Verlängert dürfte die Quotenregelung nur für Allgemeinmediziner werden. Für den weitaus kleineren Bereich der Zahnmediziner habe Österreich bisher keinen ausreichenden Nachweis einer Gefahr für die medizinische Versorgung erbracht. Der überwiegende Teil der derzeit 1620 Medizin-Studienplätze in Österreich entfällt auf die Humanmedizin, nur 144 sind für angehende Zahnmediziner reserviert. In Innsbruck sind es 40 von 400 Plätzen.

Der Knackpunkt in den Verhandlungen sei, wie oft und wie genau Österreich den Nachweis für die Notwendigkeit der Quote erbringen müsse. Dies sei sowohl der EU-Kommission als auch Deutschland wichtig. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die endgültige Entscheidung der EU-Kommission abwarten. „Die Beibehaltung der Quote wäre ein großer Erfolg“, meinte er. „Die Medizinerquote ist wichtig, um das heimische Gesundheitswesen langfristig zu sichern.“ (APA, aheu)

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