Treibhausgas-Emissionen - Kritik von Umweltschützern

Wien (APA) - Die Treibhausbilanz, die Österreich nach Jahren wieder eine Steigerung bei den CO2-Abgabe auswies, hat für heftige Kritik gesor...

Wien (APA) - Die Treibhausbilanz, die Österreich nach Jahren wieder eine Steigerung bei den CO2-Abgabe auswies, hat für heftige Kritik gesorgt. „In nur einem Jahr sind die Emissionen um satte 3,2 Prozent gestiegen. Sie liegen damit wieder ziemlich exakt auf dem Niveau von 1990. Wir haben kein einziges Gramm CO2 eingespart“, betonte etwa Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen.

Während EU-weit die Emissionen der Umweltsprecherin zufolge heute um 24 Prozent unter dem Stand von 1990 liegen, ist Österreich wieder „zurück am Start“. „Dies kommt einem Totalversagen der österreichischen Klimaschutzpolitik gleich“, sagte Brunner. „Wir brauchen jetzt langfristige Weichenstellungen und Sofortmaßnahmen in allen Sektoren. Von der angekündigten integrierten Klima- und Energiestrategie erwarte ich mir konkrete Antworten auf die Frage, wie Österreich den Klimavertrag von Paris umsetzen wird und verbindliche Vorgaben für alle Sektoren“, forderte sie.

Für die Umweltschutzorganisation Greenpeace spiegelte die Klimabilanz „das Versagen der österreichischen Klimapolitik wider“. „Es ist inakzeptabel, dass der Anstieg mit Verweis auf den kälteren Winter einfach vom Tisch gewischt werden soll“, sagte Sprecherin Hanna Simons, „Denn auch die wetterunabhängigen Emissionen aus dem Verkehr sind 2015 gegenüber 2014 um rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid gestiegen, seit 1990 sogar um über acht Millionen Tonnen oder 60 Prozent.“ Greenpeace forderte eine umgehende Kehrtwende in der österreichischen Klimapolitik. Dazu zählen etwa Maßnahmen im Verkehrsbereich wie ein massiver Ausbau von Elektromobilität und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Auch die Umweltschutzorganisation Global 2000 bewertete die Bilanz als „äußerst besorgniserregend“. „Diese Bilanz ist ein Schuss vor den Bug der Bundesregierung, die im Klimabereich im letzten Jahr keine substanziellen Maßnahmen gesetzt hat. Es braucht jetzt ein neues Klimaschutzpaket, das wirklich greift und uns auf einen echten Klimaschutzpfad bringt. Dass Österreich trotz der schlechten Bilanz weiter auf Zielkurs für die EU-2020-Ziele ist, zeigt nur wie schwach die Ambition dieser Ziele eigentlich ist“, sagte Klima- und Energiesprecher Johannes Wahlmüller. Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes urteilte: „Eine ernüchternde Bilanz!“

Der Verkehrsclub (VCÖ) wies darauf hin, dass der Verkehr weiterhin „das größte Sorgenkind beim Klimaschutz“ ist. Als „unzureichend“ bezeichnete hingegen der ÖTC die Analyse. Bei den veröffentlichten Zahlen fehlten etwa Informationen über den Anteil des Tanktourismus.