Pröll-Rücktritt - Häupl überrascht
Wien (APA) - Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat sich vom Rücktritt seines langjährigen Landeshauptmann-Kollegen Erwin Pröll (ÖVP) ü...
Wien (APA) - Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat sich vom Rücktritt seines langjährigen Landeshauptmann-Kollegen Erwin Pröll (ÖVP) überrascht gezeigt. Häupl hat Prölls Rückzug auch noch gar nicht richtig realisiert, wie er am Dienstag am Rande der Bürgermeister-Pressekonferenz meinte. „In Niederösterreich geht eine Ära zu Ende“, erklärte Vorarlbergs Landeschef Markus Wallner (ÖVP).
Pröll habe ihn über seinen Schritt nicht vorher informiert, auch nicht beim gemeinsamen Aufenthalt in Graz am gestrigen Montag, sagte Häupl: „Selbstverständlich hat er mir es nicht gesagt.“ Richtig realisiert habe er den Schritt noch nicht: „Wenn man mit jemanden seit 1988 sehr intensiv zusammengearbeitet hat, dann ist es noch nicht wirklich durchgesickert, dass dieser politische Partner tatsächlich in einer absehbaren Zeit nicht mehr zur Verfügung steht.“ Häupl würdigte auch seine persönliche Freundschaft mit Pröll und freute sich auf künftige Gespräche, in denen es vielleicht weniger um aktuelle politische Geschehnisse gehen werde, wie er prophezeite.
„Mit seinem unglaublichen Einsatz und seinem untrügerischen Gespür hat er die Politik weit über die Grenzen Niederösterreichs maßgeblich mitgestaltet und auch die Österreichische Volkspartei nachhaltig geprägt“, lobte der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel Pröll. „Er hat in seinem Handeln stets Hausverstand, Verantwortung und Weitblick bewiesen.“
Pröll sei allein schon aufgrund seiner langen Regierungszeit, aber auch wegen seiner großen politischen Erfolge aus der Riege der Landeshauptleute herausgestochen, sagte Wallner. Auch innerhalb der „Familie Volkspartei war Pröll eine große Figur“. Er habe intensiv mitgemischt und „wird uns bei manchen Themen sicher fehlen“, versicherte der Vorarlberger Landeschef. Der Zusammenarbeit beider Bundesländer unter der Führung Prölls stellte Wallner ein sehr gutes Zeugnis aus. Persönlich habe er vor allem die Unterstützung Niederösterreichs beim Hochwasser 2005 sehr geschätzt.
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