Britisches Pfund nach May-Rede erholt

London (APA/dpa/Reuters) - Das zuletzt geschwächte britische Pfund hat sich am Dienstag nach der Brexit-Grundsatzrede der britischen Premier...

London (APA/dpa/Reuters) - Das zuletzt geschwächte britische Pfund hat sich am Dienstag nach der Brexit-Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May wieder erholt. Während und nach der Rede legte das Pfund um über ein Prozent bis auf 1,2347 US-Dollar zu. Damit sind die Verluste im Vorfeld der Rede inzwischen mehr als wettgemacht.

Auch zum Euro zog das Pfund an, so dass die Gemeinschaftswährung im Gegenzug um 1,1 Prozent auf 0,8710 Pfund fiel.

Während das Pfund weiter anzog, gab die Londoner Börse nach. Der Leitindex weitete seine Verluste aus und verlor zeitweise 0,6 Prozent auf 7.277 Punkte. Vor Beginn der Rede hatte er 0,4 Prozent niedriger gelegen. Mit dem wieder steigenden Pfund verteuerten sich die britischen Aktien für ausländische Anleger wieder. Vor allem der Verfall des Pfundes hatte seit dem Ja Großbritanniens zum EU-Austritt die Londoner Börse von Rekord zu Rekord eilen lassen.

May kündigte eine klare Trennung Großbritanniens von der Europäischen Union an. Das Königreich wolle keine Teil-Mitgliedschaft oder assoziierte Mitgliedschaft in der EU „oder irgendetwas, das uns halb drin, halb draußen lässt“, sagte die Regierungschefin in London.

Sie werde keinen Verbleib Großbritanniens im EU-Binnenmarkt vorschlagen, sagte May. Sie strebe aber ein Zollabkommen mit der EU an und werde an einem umfassenden Freihandelsabkommen arbeiten. Über den finalen Brexit-Deal werde das Parlament abstimmen.

Anleger an den Finanzmärkten hatten mit Spannung auf die Rede gewartet und sich mehr Klarheit über den Kurs der Regierung erhofft. Zum Wochenbeginn hatte das Pfund deutlich an Wert verloren und war erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 1,20 Dollar abgesackt.