Spannungen in Bahrain nach umstrittenen Hinrichtungen nehmen zu

Manama (APA/dpa) - Nach umstrittenen Hinrichtungen in Bahrain nehmen die Spannungen in dem Golfstaat zu. Die Oppositionsgruppe Al-Wafaa-Bewe...

Manama (APA/dpa) - Nach umstrittenen Hinrichtungen in Bahrain nehmen die Spannungen in dem Golfstaat zu. Die Oppositionsgruppe Al-Wafaa-Bewegung kündigte am späten Montagabend an, notfalls mit Waffengewalt Widerstand gegen die Regierung leisten zu wollen. Die Organisation gilt als eine der weniger bedeutenden Gruppen, die sich 2011 den Protesten der arabischen Aufständen angeschlossen hatten.

„Wir von der Al-Wafaa-Bewegung starten eine neue Phase. Wir haben eine Faust auf den Plätzen und einen Finger am Auslöser“, sagte ein Führer der Gruppe in einem im Internet veröffentlichten und offensichtlich im Iran aufgezeichneten Video. Die Exekutionen bezeichnete er „schreckliches Verbrechen“, das gerächt würden. Andere Oppositionsgruppen distanzierten sich von der Ankündigung.

Am Sonntag hatten die ersten drei Hinrichtungen in dem Königreich seit 2010 für einen Aufschrei der Opposition gesorgt. Die wegen eines Bombenanschlags Verurteilten gehörten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an und hatten behauptet, ihre Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden. Es hagelte Kritik von Menschenrechtsorganisationen, die Vereinten Nationen äußerten sich am Dienstag „entsetzt“.

Bahrain wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert, die Staatsbürger sind jedoch mehrheitlich Schiiten. Während der arabischen Aufstände 2011 schlug die Regierung Demonstrationen von Schiiten mit Gewalt nieder. Seitdem kommt es immer wieder zu Unruhen. So auch in den vergangenen Tagen.