CDU-Politiker erinnert Trump an „Spaghetti-Krieg“ mit Europa
Washington (APA/dpa) - Der Chef der christdemokratischen Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, hat den künftigen US-Präsidenten Do...
Washington (APA/dpa) - Der Chef der christdemokratischen Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, hat den künftigen US-Präsidenten Donald Trump nach dessen Drohung mit hohen Strafzöllen für deutsche Autobauer an den „Spaghetti-Krieg“ aus den 1980er-Jahren erinnert.
Über die Pläne Trumps „werden wir sicher mit der amerikanischen Administration noch einmal reden müssen“, sagte Kauder am Dienstag vor einer Sitzung der CDU/CSU-Fraktion in Berlin. „Abschotten bedeutet auf jeden Fall, dass die Produkte in Amerika teurer werden.“ Zugleich kündigte er für den Fall Verhandlungen an, dass Trump seine Ankündigungen umsetzt.
Das bedeute aber auch, „dass wir im Zweifel auch darauf hinweisen müssen: Wir hatten schon Kriege zwischen Amerika und Europa über Handelszölle. Ich denke nur mal an die Spaghetti-Kriege, die da stattgefunden haben“, sagte Kauder. „Am Schluss hat es Amerika auch nicht durchhalten können.“
Der „Spaghetti-Krieg“ zwischen der damaligen Europäischen Gemeinschaft und den USA war 1987 eskaliert. Die EG-Außenminister legten damals Gegenmaßnahmen fest, falls die USA ihre Einfuhr von Teigwaren aus der Gemeinschaft wie angedroht einschränken sollten.
Die USA verlangten von der EG eine drastische Kürzung der Subventionen für den Export von Teigwaren vor allem aus Italien. Für die EG war dies nicht ohne weiteres annehmbar, weil sie nicht ihr - auf Preisstützung und Exportsubventionen beruhendes - System der Marktordnung in Frage stellen wollte. Letztlich wurde der Handelskonflikt aber beigelegt.