Scharfe Kritik aus EU-Parlament an Mays Brexit-Rede

London/Straßburg (APA) - Großteils auf scharfe Kritik ist im EU-Parlament am Dienstag die Rede der britischen Premierministerin Theresa May ...

London/Straßburg (APA) - Großteils auf scharfe Kritik ist im EU-Parlament am Dienstag die Rede der britischen Premierministerin Theresa May über den geplanten EU-Austritt (Brexit) ihres Landes gestoßen. Der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament Othmar Karas zeigte sich „traurig“ und meinte, die Rede sei „schlimmer als befürchtet“. Der SPD-Europaabgeordnete Jo Leinen ortete unterdessen Widersprüche und Fallstricke.

Karas warf May vor, alle Brücken zur EU abbrechen zu wollen. Dies sei zum Schaden des eigenen Landes und Europas. Auch sei das Vorhaben der britischen Regierung ein Affront gegenüber den Schotten und Nordiren und all jenen jungen Menschen, die in Großbritannien für den Verbleib in der EU gestimmt haben, erklärte der ÖVP-Politiker. Er forderte May auf, sofort den Austrittsantrag vorzulegen und nicht erst im März.

Leinen bezeichnete die Wünsche von May als Quadratur des Kreises. Es gehe nicht, den weitest gehenden Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu fordern, aber völlig frei von EU-Regeln und Standards sein zu wollen.

Der Grünen-Mandatar Philippe Lamberts sprach von einem „Schlag ins Gesicht“. Der belgische Politiker verurteilte die Steuerdrohung der britischen Premierministerin, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern. „Das ist ein Schlag ins Gesicht jener, die eine neue Beziehung zwischen der EU und Großbritannien auf die Beine stellen wollen, um nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu sichern, sondern auch andere positive Elemente der europäischen sozialen, Umwelt- und Gesetzesagenda.

~ WEB http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA517 2017-01-17/17:29