Europas Leitbörsen schließen nach May-Rede etwas leichter

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben den Handel am Dienstag nach der Rede der britischen Premierministerin Theresa May zum Bre...

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben den Handel am Dienstag nach der Rede der britischen Premierministerin Theresa May zum Brexit überwiegend mit etwas tieferen Notierungen beendet. Der Euro-Stoxx-50 ging um 0,29 Prozent leichter bei 3.285,04 Punkten aus dem Handel.

Auch der Frankfurter Leitindex DAX beendete die Sitzung knapp im Minus (minus 0,13 Prozent), während der britische FTSE-100 Index deutlicher Terrain (minus 1,46 Prozent) abgab. Europas Festlandbörsen haben damit ihre Kursverluste nach der Rede etwas eingegrenzt, dagegen litt der „Footsie“ unter dem deutlich gestiegenen Pfund.

May hatte in ihrer Grundsatzrede zum Brexit einen klaren Bruch mit der EU mit einem Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion angekündigt. Es werde keine Teilmitgliedschaft geben oder irgendetwas, „das uns halb drinnen, halb draußen lässt“, sagte May. Stattdessen soll ein Freihandelsabkommen mit der EU vereinbart werden. Allerdings schlug May teilweise auch versöhnliche Töne an und betonte, es sei im Interesse Großbritanniens, dass die EU erfolgreich sei.

Auch unternehmensseitig richtete sich der Blick der Anleger nach Großbritannien. Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) hat die Komplettübernahme seines US-amerikanischen Konkurrenten Reynolds American angekündigt. Die Kaufvereinbarung beläuft sich auf rund 49,4 Mrd. Dollar für die 57,8 Prozent der Reynolds-Anteile, die noch nicht im Besitz von BAT sind. BAT-Aktien sackten um 3,83 Prozent ab und bildeten damit das Schlusslicht im britischen Leitindex FTSE-100.

Im Euro-Stoxx-50 verloren Vivendi-Papiere 0,79 Prozent. Die Medienaufsicht AGOM braucht länger für die Prüfung des Einstiegs der französischen Mediengruppe Vivendi, hieß es aus dem Handel. Vivendi hält inzwischen 28,8 Prozent an Mediaset. Nach italienischen Recht muss sie bei der Überschreitung eines 30-Prozent-Anteils ein Übernahmeangebot vorlegen. Auch Mediaset gaben 0,62 Prozent ab.

Dagegen waren unter den Gewinnern im Euro-Stoxx-50 einige Versorgertitel zu finden. Enel erhöhten sich um 1,12 Prozent und zogen damit an die Spitze des Index. Dahinter rangierten Engie (plus 1,11 Prozent), Eni (plus 0,45 Prozent) und E.ON (plus 0,29 Prozent).

Auch Autowerte schlossen mehrheitlich leichter im Plus, nachdem die Titel im Frühhandel noch deutlich unter Druck gestanden hatten. Getrübt hatten die Stimmung die Aussagen des designierten US-Präsidenten Donald Trump. Im Interview mit der deutschen „Bild“ und der britischen „Times“ hatte Trump seine protektionistisch geprägten Ansichten zur künftigen Wirtschaftspolitik bekräftigt und Strafzölle für deutsche Autohersteller ins Spiel gebracht, heißt es bei den Helaba-Analysten. Volkswagen erhöhten sich bis zur Schlussglocke um 0,03 Prozent, Daimler legten 0,14 Prozent zu.

An der Börse in Paris gewannen zudem Renault 1,44 Prozent. Der französische Autobauer hat im vergangenen Jahr so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie. Der Absatz der Gruppe kletterte um 13,3 Prozent auf 3,18 Millionen Wagen.

Neue Daten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rückten indessen in den Hintergrund. Laut dem Institut sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Jänner um 2,8 Punkte auf 16,6 Zähler gestiegen. Damit erreichte das Konjunkturbarometer den höchsten Stand seit vergangenem Juni.

~ Index Änderung Punkte Änderung Prozent Zuletzt ATX 2.655,60 -12,83 -0,48 2.668,43 DAX 11.540,00 -14,71 -0,13 11.554,71 FT-SE-100 7.220,38 -106,75 -1,46 7.327,13 CAC-40 4.859,69 -22,49 -0,46 4.882,18 SPI 9.068,59 -53,24 -0,58 9.121,83 FTSEMIB 19.296,16 48,91 0,25 19.247,25 IBEX-35 9.394,90 -15,10 -0,16 9.410,00 AEX 481,77 -2,36 -0,49 484,13 BEL-20 3.588,31 -6,27 -0,17 3.594,58 SX Gesamt 1.507,32 -5,65 -0,37 1.512,97 Euro-Stoxx-50 3.285,04 -9,49 -0,29 3.294,53 Euro-Stoxx 350,87 -0,94 -0,27 351,81 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA543 2017-01-17/18:15