Zürcher Börse schließt in der Verlustzone

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Nach Verlusten im frühen Handel hielt sich d...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Nach Verlusten im frühen Handel hielt sich der Leitindex SMI zunächst stabil. Am Nachmittag sorgte die mit Spannung erwartete Rede der britischen Premierministerin Theresa May zunächst für etwas Aufwind, in der sie für ein Freihandelsabkommen mit der EU plädierte. Befürchtungen vor einem „harten Brexit“ wurden somit gemildert.

Am Nachmittag gerieten die Kurse infolge eines schwachen Starts an den US-Aktienmärkten nach der feiertagsbedingten Handelspause zu Wochenbeginn jedoch wieder ins Rutschen. Der SMI fiel dabei kurzzeitig unter die derzeit psychologisch wichtige Marke von 8300 Punkten.

Zum Handelsschluss stand der SMI 0,70 Prozent tiefer bei 8.304,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,59 Prozent auf 1.323,69 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,58 Prozent auf 9.068,59 Punkte.

Im Fokus standen die Aktien von Geberit (plus 2,3 Prozent), die sich nach den am Morgen vorgelegten Umsatzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr dem Negativtrend entzogen und als Tagessieger aus dem Handel gingen. Wegen eines starken Schlussquartals 2016 mit einem freundlichen Marktumfeld in Europa sowie positiven Währungs- und Konsolidierungseffekten hatte der Sanitärtechnikkonzern die Marktprognosen übertroffen. Analysten zeigten sich vor allem vom Umsatz positiv überrascht.

Im großen Feld der Verlierer ging es für SGS am stärksten nach abwärts. Die Titel des Warenprüfkonzerns verloren 2,3 Prozent an Wert auf 2.090 Schweizer Franken. Neben der allgemein getrübten Stimmung am Aktienmarkt sorgte eine negative Analystenstudie für zusätzlichen Abgabedruck. Die Experten der Credit Suisse hatten ihre Bewertung der Papiere von „Outperform“ auf „Neutral“ gesenkt und das Kursziel von 2.300 auf 2.050 gekappt.

Größere Einbußen verzeichneten auch die Aktien von Schindler (minus 1,5 Prozent) und Swatch (minus 1,2 Prozent), wobei die Aktie des Uhrenherstellers zuletzt stark gelaufen war und damit Gewinnmitnahmen nicht ausgeschlossen waren.

Vergleichsweise stark schwankten die Kurse der Großbankenwerte Credit Suisse (minus 1,1 Prozent) und UBS (minus 0,8 Prozent), die nach einem tendenziell schwächeren Start zwischenzeitlich ins Plus gedreht hatten. Für den Ausflug in die Gewinnzone machten Händler „überraschend gute“ Zahlen der US-Großbank Morgan Stanley verantwortlich.

Zudem äußerte sich Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam positiv zum laufenden Jahr. „2017 wird besser als 2016“, sagte er dem Fernsehsender Bloomberg TV beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Auch für die Entwicklung im Investmentbanking zeigte sich der Bankenchef zuversichtlich. Nach dem fulminanten Jahresauftakt der Aktie sei das Aufwärtspotential zunächst allerdings weitestgehend ausgereizt, hieß es im Handel.

Eine erhebliche Belastung für den Gesamtmarkt waren vor allem die Aktien von Nestlé und Novartis, die jeweils 1,0 Prozent an Wert verloren. Die Papiere von Givaudan büßten 0,6 Prozent ein. Die am Morgen bekanntgegebene Übernahme von Activ International Händlern zufolge allerdings kaum relevant für die Kursentwicklung.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA546 2017-01-17/18:26