US-Regierung bestätigt weitere Entlassungen aus Guantanamo

Washington/Guantanamo (APA/dpa) - Die USA haben bestätigt, dass weitere zehn Häftlinge das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba v...

Washington/Guantanamo (APA/dpa) - Die USA haben bestätigt, dass weitere zehn Häftlinge das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba verlassen haben. Sie wurden an das Sultanat Oman auf der Arabischen Halbinsel überstellt, wie das Pentagon am Dienstag mitteilte. Die Regierung des Oman hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass die Häftlinge eingetroffen seien. Sie sollen an einem Rehabilitationsprogramm teilnehmen.

Zwei der Männer stammen aus Afghanistan, die übrigen aus dem Jemen. Wegen der instabilen Lage im Jemen will die US-Regierung keine Häftlinge aus Guantánamo in das Bürgerkriegsland entlassen.

Ein Sprecher von Barack Obama räumte unterdessen erstmals ein, dass der am Freitag aus dem Amt scheidende Präsident mit seinem Plan gescheitert ist, das berüchtigte Lager auf Kuba zu schließen. Es sei inzwischen klar, dass Obama dieses Ziel nicht erreichen werde, sagte Josh Earnest. Er gab dem Kongress die Schuld.

Obama wollte das von seinem republikanischen Vorgänger George W. Bush errichtete Lager unmittelbar nach seinem Amtsantritt 2009 schließen, verschleppte das Vorhaben aber. Später sträubte sich dann der von den Republikanern dominierte Kongress dagegen, dass die verbliebenen Häftlinge auf amerikanischen Boden verlegt werden. Aktuell befinden sich noch 45 Häftlinge in Guantanamo. Der designierte Präsident Donald Trump will von einer Schließung des Lagers nichts wissen, sondern sogar weitere Häftlinge dorthin verlegen.