Anti-IS-Koalition flog Angriffe nahe Al-Bab: Unterstützung für Türkei
Damaskus (APA/AFP) - Die internationale Anti-IS-Militärkoalition hat in den vergangenen Tagen mehrfach Luftangriffe zur Unterstützung der tü...
Damaskus (APA/AFP) - Die internationale Anti-IS-Militärkoalition hat in den vergangenen Tagen mehrfach Luftangriffe zur Unterstützung der türkischen Truppen in der Nähe der nordsyrischen Stadt Al-Bab geflogen. In „Zusammenarbeit mit der Türkei“ seien Ziele nahe Al-Bab identifiziert und angegriffen worden, sagte ein Sprecher der US-geführten Koalition, John Dorrian, am Dienstag.
Es sei „im beiderseitigen Interesse“ gewesen, diese Ziele zu zerstören. Den Angaben des Sprechers zufolge gab es in den vergangenen Tagen in der Region um Al-Bab in Nordsyrien insgesamt vier Luftangriffe. Ziele waren demnach unter anderem Fahrzeuge und eine taktische Einheit der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Al-Bab ist eine Hochburg der Extremisten. Die Türkei bekämpft den IS in Syrien seit August, die Rückeroberung von Al-Bab gestaltet sich aber schwierig.
Die Türkei hatte die USA in den vergangenen Wochen immer wieder um mehr Unterstützung in Al-Bab gebeten. Bisher beschränkte sich die Hilfe aber auf Aufklärungs- und Überwachungsflüge. Die USA sind in der schwierigen Position, dass sie zwar Ankara im Kampf gegen den IS helfen, jedoch verhindern wollen, dass die türkischen Truppen kurdische Kämpfer in der Region angreifen. Diese kämpfen dort ebenfalls gegen den IS.
Unterdessen wurden nach Angaben von Aktivisten bei einer Explosion in einem Tunnel nahe Damaskus ein General und acht weitere syrische Soldaten getötet. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, hatten Rebellenkämpfer am Dienstagabend Sprengsätze in dem Tunnel in Harasta nordöstlich der syrischen Hauptstadt platziert. Daraufhin stürzte ein Gebäude ein, in dem sich die Streitkräfte versammelt hatten.
Der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle zufolge gab es auch mehrere Verletzte, außerdem wurden nach der Explosion noch 15 Menschen vermisst. Deshalb könne die Opferzahl noch steigen, hieß es. Die staatlichen syrischen Medien berichteten zunächst nicht über die Explosion. Harasta liegt in Ost-Ghouta, einer Region, die lange von den Aufständischen kontrolliert wurde. In den vergangenen Wochen gelangen den Regierungstruppen aber große Geländegewinne in dem Gebiet.