Schäuble gegen Hürden für Managerboni im deutschen Steuerrecht

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen den SPD-Vorschlag ausgesprochen, übermäßige Managervergü...

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen den SPD-Vorschlag ausgesprochen, übermäßige Managervergütungen per Steuerrecht zu begrenzen. Das Steuerrecht sei dafür nicht das richtige Instrument, betonte Schäuble in einem Beitrag für das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

SPD-Chef Sigmar Gabriel habe an anderer Stelle davor gewarnt, auf Herausforderungen immer gleich mit neuen Gesetzesregeln zu reagieren. Daher sei es verwunderlich, dass Gabriel ein solches Vorgehen nun beim Thema Managerboni vorschlage.

Die SPD hatte angesichts teils sehr hoher Manager-Vergütungen und Erfolgzahlungen kürzlich gefordert, Vergütungen von über 500.000 Euro nur noch begrenzt steuerlich abzugsfähig zu machen.

Schäuble sprach sich allerdings prinzipiell dafür aus, überzogene Vergütungen und Zusatzzahlungen einzudämmen. So verwies er darauf, dass die deutsche Finanzaufsicht BaFin in Kürze weitere Verschärfungen mit der Institutsvergütungsverordnung auf den Weg bringen werde, um schon ausgezahlte Boni im Bankenbereich leichter zurückfordern zu können. Die in dieser Branche vorgenommenen Regeländerungen ließen sich auch auf andere Bereiche übertragen.

Die Selbstverpflichtungen zur Vergütungshöhe von Managern im Kodex für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) hält der Minister für den grundsätzlich richtigen Ansatz. Stelle man aber fest, dass dieses System nicht hinreichend funktioniere, „müssen wir die Vorgaben verbindlicher machen. Instrumente hierfür gibt es genügend“, sagte Schäuble.