Landespolitik

Aschauer Schwarzbau von Gemeinderat saniert

Der Anbau des Gredwirts soll die Friedhofsmauer in Aschau abstützen. Der Bau wurde nicht bescheidgemäß ausgeführt, nun wurde der Bebauungsplan geändert.
© Angerer Harald

Eine Sondersitzung des Kirchberger Gemeinderates brachte die Entscheidung. Der Anbau an die Kirchenmauer wurde genehmigt.

Von Harald Angerer

Kirchberg –Als Stück für ein Bauerntheater wurden am Dienstagabend die Vorgänge rund um einen Anbau an die Aschauer Kirchenmauer bezeichnet. Der Kirchberger Gemeinderat hatte erneut über einen Bebauungsplan und einen ergänzenden Bebauungsplan zu entscheiden. Dabei handelte es sich um einen Zubau des Gredwirts an die Aschauer Kirchenmauer. Bereits seit Oktober 2015 ist die Gemeinde mit der Causa beschäftigt.

Letztlich wurde nun am Dienstagabend aus dem nicht bescheidgemäß errichteten Schwarzbau ein genehmigtes Bauwerk. So einfach, wie das Ende nun klingt, war die Entstehung allerdings nicht. Und genau darum drehte es sich in der Gemeinderatssitzung, zu der Bürgermeister Helmut Berger (SP) Erzdiözese-Salzburg-Bauamtsleiter Erich Rieger und den Hochbausachverständigen Günther Gasteiger eingeladen hatte.

„Mir fehlen da im Ablauf einige Punkte“, ärgerte sich Vizebürgermeister Andreas Schipflinger (Unser Kirchberg). Denn die Gemeinde ist in den Bau involviert, denn mit der Erzdiözese trägt sie die Kosten für die Sanierung der Friedhofsmauer. Laut dem Bürgermeister drohte die Mauer umzustürzen, es galt sie abzusichern und zu sanieren. Daraus entstand dann der Anbau des Gredwirts, denn mit diesem konnte die Mauer abgestützt werden und die Gemeinde hätte sich Kosten gespart. Ursprünglich hätte die Sanierung der Mauer 420.000 Euro gekostet, so kam die Sanierung auf lediglich 109.000 Euro.

Doch der Anbau wurde dann nicht wie im genehmigten Einreichplan vorgesehen ausgeführt. Als Grund dafür brachte Gemeinderat Wolfgang Haller (FP) und Lebensgefährte der Gredwirtbesitzerin ein, dass er aus gewerberechtlichen Gründen nicht so habe bauen können.

Von Seiten der Erzdiözese könne man mit dem jetzt dastehenden Anbau leben, unter gewissen Voraussetzungen, wie Rieger betonte. Der Bau wurde eingestellt und in der Endfertigung will nun die Erzdiözese eine Mitsprache, zum Beispiel beim Anstrich, den Fenstern usw. „Uns liegt sehr daran, dass es ein gutes Erscheinungsbild ergibt“, sagt Rieger. Man sei aber nicht erfreut, wie die ganze Sache verlaufen ist.

„Es gibt nun Klarheit, dass die Rechtslage in Ordnung ist, und wir haben jetzt eine wasserdichte Lösung“, sagte GR Alois Leiter (SP) und sprach sich dafür aus, den Bebauungsplan nun zu genehmigen. Einen raschen Fortschritt forderte auch Josef Gutensohn (Unser Kirchberg), denn es brauche eine für Aschau gute Lösung.

„Es zeigt sich hier ein Bild, welches die Gemeinde schlecht aussehen lässt“, sagte Vizebürgermeister Schipflinger. Er würde sich mehr Informationen im Vorfeld wünschen. „Wenn die Kirche kein Problem mit der anderen Kubatur hat, dann hätte man das ja gleich so planen können“, sagte Schipflinger, dann wäre eine Reparatur im Nachhinein nicht notwendig gewesen. Denn einen Grund für einen Abriss sehe er auch nicht. Bürgermeister Berger räumte ein, dass die Umsetzung nicht optimal verlaufen sei. „Der Plan war aber nicht falsch, nur nicht für ein Gewerbe geeignet“, stellte der Bürgermeister fest.

Für den Bebauungsplan und den erweiterten Bebauungsplan gab es dann zehn Jastimmen und fünf Enthaltungen. Nun braucht es noch eine Bauverhandlung, in der die Erzdiözese Parteistellung hat und Forderungen einbringt, hier gebe es aber laut Bürgermeister Berger schon die Zustimmung der Bauwerberin. Zudem werde der Hochbausachverständige Günther Gasteiger den weiteren Baufortschritt beim Gredwirt-Zubau überwachen.

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