Gründe für Entlassung im Dunkeln
Dem Anwalt des entlassenen Hochzeiger-Bergbahnen-Chefs wurden keine Verfehlungen genannt: ein Fall fürs Gericht.
Von Alexander Paschinger
Jerzens –„Mir wurde die Auskunft über die angebliche grobe Pflichtverletzung betont verweigert“, stellt Markus Orgler, der Anwalt des entlassenen Vorstandsmitglieds der Hochzeiger Bergbahnen, Hansjörg Wohlfarter, fest. Und: „Das wird ein gerichtliches Nachspiel haben, mein Mandant wird seine arbeitsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“
Wie berichtet, war Hansjörg Wohlfarter am 22. Dezember suspendiert worden. Am 30. Dezember erschien in der Wiener Zeitung die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Hochzeiger Bergbahn Pitztal AG mit dem einzigen Tagesordnungspunkt „Bestätigung/Abberufung des Vorstandsmitgliedes Hansjörg Wohlfarter von seiner Funktion als Vorstand (wegen Vertrauensverlust)“ für den 23. Jänner. Sowohl Wohlfarter als auch Mitglieder des Aufsichtsrates hielten sich damals gegenüber der TT zurück.
In der Vorwoche kontaktierte schließlich der Rechtsbeistand der Bergbahnen, Reinhard Ster, Wohlfarters Anwalt: „Es hieß, einvernehmliche Auflösung zu den Konditionen der Bergbahnen oder Entlassung“, schildert Orgler. „Man hat ihm die Möglichkeit eingeräumt, selbst den Rücktritt anzubieten“, erklärt Ster auf TT-Nachfrage.
Wohlfarter selbst spricht bei den Verfehlungen von „Lappalien“, während Ster „gewichtige Gründe, und der Herr Wohlfarter weiß das“, anführt. Der Aufsichtsrat habe jedenfalls am Montag nach „langer und intensiver“ Beratung samt Anhörung des Vorstandsmitgliedes „einstimmig und klar“ die sofortige Entlassung wegen „grober Pflichtverletzung“ und Stillschweigen über die Gründe in der Öffentlichkeit beschlossen. Die Hauptversammlung wurde abberaumt, „wird aber zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden“, so Ster.
Wie berichtet, gab es in der Vergangenheit Vorfälle wie den Bau eines Parkplatzes ohne Widmung oder auch die Errichtung einer Zirbenwelt-Station auf der falschen Parzelle. Orgler kann nur vermuten, dass „man ihn loswerden will, weil er zu stark war“.