Fashion Week Berlin: Sportalm mit Rock, Hip-Hop und modischem Glamour

Berlin/Kitzbühel/Wien (APA) - Mit gleich zwei Liveacts hat das Label Sportalm Kitzbühel seine Kollektion für Herbst/Winter 2017/18 bei der B...

Berlin/Kitzbühel/Wien (APA) - Mit gleich zwei Liveacts hat das Label Sportalm Kitzbühel seine Kollektion für Herbst/Winter 2017/18 bei der Berliner Fashion Week präsentiert. Am Beginn stand eine Performance des „hauseigenen“ Poprocksängers Ro Bergmann („Best Time - Song for Marcel“). Die Active-Linie für Yoga, Fitness und Laufsport wurde dann stilecht von der deutschen Hip-Hop-Tanztruppe Bronx Sistas in Szene gesetzt.

„Berlin ist für uns die naheliegendste Messe, wenn es um Internationalität geht. Wir können unsere Mode hier in einem internationalen Kontext präsentieren und zeigen, dass wir das Zeug haben, regelmäßig Kollektionen auch auf den Laufsteg zu bringen“, sagte Designerin Ulli Ehrlich, die ihren Vater Wilhelm Ehrlich seit den 90er-Jahren bei den kreativen Entscheidungen im Familienbetrieb unterstützt, der APA im Vorfeld der am Mittwochvormittag gezeigten Show. Der Tiroler Traditionsbetrieb steht vor allem in Österreich immer noch stark für Tracht und luxuriöse Skibekleidung, macht aber seit rund zehn Jahren auch sehr erfolgreich eine Modelinie.

Bei der deutschen Modewoche ging Sportalm schon zum dritten Mal an den Start, und auch in Zukunft will das Unternehmen dem Standort Berlin treu bleiben. Zu sehen gab es „unsere typische Mischung aus Sportlichkeit und Femininität, mit viel Muster und Farbe“, schilderte Ulli Ehrlich. Ein wichtiges Thema sei aber auch bei Sportalm diesmal Glamour mit seidigen Drucken oder Lurex-Elementen, die aber mit Denim als Bruch alltagstauglich gemacht wurden.

Als coole Mischung kamen maritim angehauchte Kollektionsteile in Kombination mit 70er-Jahre-Stilelementen wie Blumendrucken und ausgestellten Hosen auf den Laufsteg. Schluppenblusen wurden mit Flared-Hosen oder im Schlangenprint zu klassischen Hosenanzügen in Jacquard getragen. Die 80er-Jahre ließen bei Schwarz-Weiß-Kontrasten zu kräftigem Orangerot, Oversized-Schnitten und Jogginghosenschnitten grüßen.

Die Opulenz, die einem bei der Berliner Fashion Week diesmal auf Schritt und Tritt begegnet, wird auch von den Tirolern geschätzt: Samt an voluminösen Daunenjacken, mit Lurexfäden durchzogener Jeansstoff zu Spitze und Chiffon, viel Plüsch und Webpelz. XXL-Grobstrick und Leder traf auf Seidentops, Leo-Print fand sich auf Jacken, Kleidern und Blusen.

In Zukunft wolle Sportalm noch mehr bewusst machen, dass die in 21 Ländern vertriebene Mode ein durch und durch europäisches Produkt sei - produziert wird im EU-Land Bulgarien, betonte Ulli Ehrlich im APA-Interview. Die Skimode - für die Herrenskikollektion zeichnet übrigens Sänger Ro Bergmann als Produktmanager verantwortlich - bleibe ein wichtiges Standbein: „Mit der Modelinie war uns klar, dass uns die Welt offen steht. Nach der ausgezeichneten Entwicklung der Skimode, die wir vor drei Jahren in die USA gebracht haben, sehen wir aber, dass man auch da noch viel tun kann.“ Wintersportkleidung werde zunehmend von Kunden gekauft, die einfach nur eine modische Winterjacke suchen. Seit man sogar im Londoner Nobelkaufhaus Harrods damit erfolgreich ist, habe man erkannt: „Da gibt es noch großes Potenzial. England hatten wir als Markt gar nicht so in Betracht gezogen.“