E-Control hat Beschwerde gegen Strompreiszonentrennung eingebracht
Wien (APA) - Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control hat formell Beschwerde gegen die Trennung der deutsch-österreichischen Stromp...
Wien (APA) - Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control hat formell Beschwerde gegen die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone mit gemeinsamen Großhandelspreisen eingelegt. Die Europäische Regulierungsagentur ACER hatte sich im November gegen die Stimme Österreichs für die Trennung ausgesprochen. Aus Sicht der E-Control ist aber ACER nicht befugt, über die Preiszonenfrage zu entscheiden.
Den Vorschlag über gemeinsame Preiszonen müsse ENTSO-E, der Verband der europäischen Stromübertragungsnetzbetreiber, vorlegen, meint E-Control laut Aussendung vom Mittwoch. Über die Vorschläge der ENTSO-E müssten dann erst wieder die betroffenen Mitgliedsländer entscheiden und nicht der Verband ACER.
ACER habe zwei Monate Zeit über die Beschwerde zu entscheiden, E-Control behält sich vor, gegen die Entscheidung eine Nichtigkeitsklage vor dem Europäischen Gericht einzubringen. Das Europäische Gericht habe bereits im September 2015 entschieden, dass die damalige ACER-Stellungnahme zur Trennung des deutsch-österreichischen Strommarkts rechtlich unverbindlich sei, erinnert E-Control.
Falls die Preiszone getrennt wird, würde der Stromimport aus Deutschland vor allem in Stunden mit tiefen Preisen eingeschränkt. Daher müsste Österreich die Nutzung seiner Kraftwerke anpassen und eventuell sogar zusätzliche Anlagen anfahren, so Energie AG-Manager Erwin Mair kürzlich. Deshalb würden Großhandelspreise zwar nicht zu jedem Zeitpunkt aber doch im Jahresschnitt steigen und in Folge auch Standardprodukte teurer werden. Auch würden langfristige Preiszusagen schwieriger.
Österreichs Energie, Interessenvertretung der Stromwirtschaft, schließt sich den Ausführungen der E-Control an. Eine gemeinsame Preiszone mit Deutschland sei für alle Stromkunden wichtig, da eine Auftrennung höhere Kosten mit sich bringen würde. „Die zeitlich befristeten Probleme im Stromtransport von Norden nach Süden sollten nicht über Zwangsmaßnahmen zum langfristigen Nachteil der österreichischen Stromkunden angegangen werden, sondern mit dem längst überfälligen Netzausbau insbesondere innerhalb Deutschlands“, schreibt Barbara Schmidt von Österreichs Energie heute in einer Aussendung.
~ WEB http://www.e-control.at ~ APA225 2017-01-18/11:59