Schriftsteller Kehlmann traut Trump Einsatz von Atomwaffen zu
Hamburg (APA/dpa) - Der Schriftsteller Daniel Kehlmann (42, „Die Vermessung der Welt“) sieht der Präsidentschaft von Donald Trump mit großer...
Hamburg (APA/dpa) - Der Schriftsteller Daniel Kehlmann (42, „Die Vermessung der Welt“) sieht der Präsidentschaft von Donald Trump mit großer Sorge entgegen.
„Sollte also der unreife und rachsüchtige Mann, der jetzt ins Weiße Haus einzieht, einen Angriff mit Nuklearwaffen anordnen, so liegt der Menschheit einzige Hoffnung darin, dass die ausführenden Soldaten den Befehl verweigern“, schreibt Kehlmann, der in New York lebt, in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Donald Trump legt als Nachfolger von Barack Obama am Freitag den Amtseid als 45. US-Präsident ab. Als das Wahlergebnis bekanntgeworden sei, sei er „betäubt vor Schreck“ gewesen: „Vor unseren Augen war der Weg frei geworden für den Untergang der amerikanischen Demokratie“, so Kehlmann. Im besten Fall seien nun wohl vier Jahre Korruption zu erwarten, „eine überschaubare Periode der Inkompetenz, Selbstbereicherung und Lächerlichkeit“.
Das „Worst-Case-Szenario“ sei dagegen: „Das Ende der Rechtsstaatlichkeit. Jene Verfassung, an die Amerikaner aller politischen Richtungen mit fast religiöser Inbrunst glauben, ist letztlich nur eine Absichtserklärung und der Umstand, dass alle vier Jahre Wahlen stattfinden, kein Naturgesetz, sondern ein von Menschen eingeführter Brauch. Und da ist noch das andere Szenario, schlimmer als Worst-Case, aber plötzlich ebenfalls nicht undenkbar - die Nuklearwaffen.“