BP-Angelobung

VdB-Angelobung: Schützen-Aufmarsch am Heldenplatz

Alexander Van der Bellen besuchte zu Neujahr seine Heimatgemeinde Feichten im Kaunertal. Kommende Woche wird er als neuer Bundespräsident angelobt.
© Rudy de Moor / TT

Von den Marketenderinnen bis zur Ehrensalve. Nach der Angelobung von Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten zeigt sich das traditionelle Tirol.

Von Michael Sprenger

Wien –In einer Woche wird Alexander Van der Bellen zum neuen Bundespräsidenten angelobt. Der streng protokollierte Ablauf im historischen Sitzungssaal des Parlaments beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss an die Sitzung der Bundesversammlung finden am Heldenplatz ab 12.15 Uhr der militärische Festakt und die große Flaggenparade des Bundesheeres sowie Kranzniederlegungen statt. Danach wird es tirolerisch oder vielmehr landesüblich.

Denn mit dem Kaunertaler wird erstmals ein Tiroler Bundespräsident. Also kommt es beim Burgtor am Heldenplatz zu einem landesüblichen Empfang. Damit kehren wir zurück in die alte Kaiserzeit. Der landesübliche Empfang leitet sich aus der Tradition des kaiserlichen Österreichs ab, nach der hohe Ehrengäste (vornehmlich aus dem Kaiserhaus) mit militärischen Ehren empfangen wurden.

Der Bundespräsident als Art Ersatzkaiser also. Jedenfalls wird mit Landeshauptmann Günther Platter, Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Landesschützenkommandant Fritz Tiefenthaler und dem Kaunertaler Bürgermeister Josef Raich an der Spitze eine große Abordnung aus Tirol das Staatsoberhaupt am Heldenplatz begrüßen.

Für den musikalischen Rahmen sorgt dabei die Musikkapelle Kaunertal. Nach Abschreiten der Garde der Schützenkompanie durch den Bundespräsidenten wird eine Ehrensalve abgefeuert. Die Ehrenformation stellt dabei die Kompanie Kaunertal.

Im Anschluss warten die Marketenderinnen und das Schnapserl für den neuen Bundespräsidenten. Diese Begrüßungszeremonie gibt es in keinem anderen Bundesland, es sei denn, wie am kommenden Donnerstag, es wird ein landesüblicher Empfang im Sinne des Landes Tirol in einem anderen Bundesland durchgeführt.

Jetzt wird es wieder historisch. Aufgrund der Festschreibung im Landlibell Kaiser Maximilians I. waren in Tirol nicht nur das kaiserliche Militär, sondern vor allem auch die Schützen für die Verteidigung des eigenen Landes zuständig. Das erklärt die große Anzahl an Schützenkompanien in Tirol.

Damit der frühe Nachmittag am Heldenplatz ein farbenprächtiger wird, werden rund um das Burgtor eine Fahnenabordnung vom Kaunerberg und zehn Fahnen­abordnungen von Traditionsverbänden anwesend sein.

Nach dem landesüblichen Empfang, um 15 Uhr, tritt die Bundesregierung im Bundeskanzleramt zusammen und marschiert dann gemeinsam über den Ballhausplatz in die Hofburg, um dem neuen Bundespräsidenten im Maria-Theresien-Zimmer den Rücktritt anzubieten. Dieser wird wie üblich nicht angenommen werden.

Alexander Van der Bellen wird stattdessen ein kurzes Gespräch mit Kanzler und Vizekanzler führen, und danach wird der Präsident als neuer Hausherr in der Hofburg zu Erfrischungen ins Jagdzimmer laden. Am Spätnachmittag wird der Festakt mit einem Empfang des Bundespräsidenten in der Präsidentschaftskanzlei ausklingen.