Slowenische Polizei untersucht Übernahme von Helios durch Ring
Ljubljana (APA) - Die slowenische Polizei untersucht die Übernahme des slowenischen Farben- und Lackhersteller Helios, der 2014 vom Wiener I...
Ljubljana (APA) - Die slowenische Polizei untersucht die Übernahme des slowenischen Farben- und Lackhersteller Helios, der 2014 vom Wiener Industriekonzern Ring International Holding (RIH) gekauft wurde, berichtete das Nachrichten-Portal Siol.net am Mittwoch. Die Ermittlungen fokussieren sich auf die Handlungen der damaligen Unternehmensführung im Vorfeld der Übernahme, hieß es.
Die Polizei in Ljubljana bestätigte, in Zusammenhang mit der Helios-Übernahme Ermittlungen wegen Untreue zu führen. Weitere Details wurden nicht enthüllt. Unter Verdacht sollen laut Siol.net mehrere damalige Vorstandsmitglieder stehen, darunter der langjährige Unternehmenschef Uros Slavinec sowie sein Nachfolger Ales Klavzar, der noch heute im Vorstand der Helios-Gruppe sitzt.
Unter der Lupe stehen fragwürdige Entscheidungen der damaligen Führung, die sie noch vor dem Abschluss der Übernahme zugunsten des künftigen österreichischen Besitzers getroffen haben soll. Umstritten soll insbesondere eine kurz vor der Transaktion aufgenommene Hypothek auf Helios Vermögen sein, mit der später für Rings Kredite, mit denen die Wiener den 145 Mio. Euro schweren Kauf finanzierten, gehaftet wurde. Damit wurden laut Siol.net die slowenischen Übernahmeregeln umgangen.
Nach damaligen Regeln war es verboten, das Vermögen des Übernahmeziels zur Finanzierung der eigenen Übernahme zu belasten. Nach schlechten Erfahrungen mit heimischen Übernahmen wurde die Praxis von „Leveraged Buyouts“ untersagt, bei denen der fremdfinanzierte Kauf eines Unternehmens mit dessen eigenen Aktiva besichert wird. Das galt jedoch nur für den Erwerb von Aktien in einem Übernahmeangebot, nicht aber für Aktien, die davor gekauft wurden. Im Fall von Helios kaufte Ring den Mehrheitsanteil direkt im Privatisierungsverfahren, nur ein kleineren Anteil mit dem späteren Übernahmeangebot. Im Jahr 2015 wurde das Verbot ausgeweitet, um ähnlichen Fällen wie Helios vorzubeugen.
Der Vorwurf, Helios habe seine eigene Übernahme finanziert, ist nicht neu. Slowenische Medien berichteten schon 2014 darüber, als das erste abgeschlossene Privatisierungsprojekt der damaligen Regierung viel Lärm machte.
Nach der Übernahme konsolidierte Ring ihre gesamte Lacksparte, neben der Helios auch ihre österreichische Rembrandtin-Gruppe, in der Helios Gruppe. Inzwischen wurde die Gruppe im Dezember 2016 an den japanischen Farbenhersteller Kansai Paint verkauft.