Erdbeben in Mittelitalien - 45.000 Erschütterungen seit August
Rom (APA/Reuters) - Mittelitalien ist am Mittwoch von einer Serie von Erdbeben erschüttert worden. Erdbebenwarten zufolge erreichten drei Er...
Rom (APA/Reuters) - Mittelitalien ist am Mittwoch von einer Serie von Erdbeben erschüttert worden. Erdbebenwarten zufolge erreichten drei Erdstöße in kurzer Folge Stärken zwischen 5,3 und 5,7 in Tiefen zwischen sieben und 40 Kilometern. Die Epizentren lagen in der Region um die Stadt Amatrice, die im August von einem schweren Beben stark beschädigt worden war.
Am 24. August waren bei einem Beben der Stärke 6,2 in der Nähe von Amatrice fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Es verursachte zudem immense Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Seither wurden mehr als 45.000 Erschütterungen registriert, darunter ein Beben der Stärke 6,6 im Oktober. Mehr als 15.000 Menschen mussten danach in Hotels und Notunterkünften untergebracht werden.
Schwere Erdbeben entstehen infolge ruckartiger Verschiebungen tektonischer Gesteinsplatten im tieferen Bereich der Erdkruste. An den Plattengrenzen kommt es zu starken Spannungen, die sich schlagartig in Beben entladen können. In Europa ist neben Griechenland besonders Italien gefährdet. Unter dem Land bewegt sich ein etwa tausend Kilometer langer Keil der afrikanischen Platte mehrere Meter im Jahrhundert nord- und westwärts und drückt gegen die Alpen und den Apennin. Dabei bauen sich Spannungen im Untergrund auf. Werden diese Spannungen zu groß, kommt es zu einem Bruch und die Erde bebt.
Bei einem solchen Bruck können verheerende Kräfte frei werden. So starben 1908 in Messina auf Sizilien und in Süd-Kalabrien mehr als 100.000 Menschen. Rund 1.000 Menschen kamen bei einem Erdbeben im Mai 1976 im Friaul ums Leben. Mindestens 3.000 Italiener wurden im November 1980 bei Erdstößen in Neapel und 100 weiteren Orten der Region Kampanien getötet. Im April 2009 kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, als in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit ihrer Hauptstadt L‘Aquila die Erde bebte.