Joachim Wolbergs - Einstiger Hoffnungsträger der bayerischen SPD

Regensburg (APA/dpa) - Dünnhäutig und schnell beleidigt, sagen seine Gegner, hartnäckig und mit Durchhaltevermögen, seine Befürworter: Vor k...

Regensburg (APA/dpa) - Dünnhäutig und schnell beleidigt, sagen seine Gegner, hartnäckig und mit Durchhaltevermögen, seine Befürworter: Vor knapp drei Jahren eroberte Joachim Wolbergs das Rathaus in Regensburg. Nach 18 Jahren wurde damit wieder ein SPD-Mann Oberbürgermeister in der Domstadt. In der von politischen Erfolgen wenig verwöhnten bayerischen SPD galt der 45-Jährige lange als Hoffnungsträger.

Seit in der mutmaßlichen Parteispendenaffäre immer mehr Details ans Licht kommen, bröckelt sein Rückhalt jedoch. Wolbergs wurde 1971 in der oberpfälzischen Donau-Stadt geboren, seine Eltern stammen aus Ostfriesland. Die sozialen und christlichen Werte seiner Eltern hätten ihn geprägt, sagt er. „Sie haben mir beigebracht: Wenn es einem gut geht, dann ist es eine Pflicht dafür zu sorgen, Menschen, denen es nicht so gut geht, zu helfen.“

1988 trat Wolbergs in die SPD ein. Das Studium brach er ab und engagierte sich für ein Kulturzentrum, war ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins und übernahm 1993 die Geschäftsführung. In den folgenden Jahren machte er sich vor allem in der Regensburger Kulturszene einen Namen.

2008 scheiterte Wolbergs nur knapp bei der OB-Wahl an CSU-Amtsinhaber Hans Schaidinger, obwohl es im Vorfeld der Wahl innerhalb der Regensburger SPD Flügelkämpfe gab und Wolbergs nicht unumstritten war. Noch unter Schaidinger wurde Wolbergs zunächst hauptamtlicher Sozialbürgermeister in der 150.000 Einwohner großen Stadt. Sechs Jahre später war Wolbergs dann nicht mehr aufzuhalten: Nach dem altersbedingten Rückzug Schaidingers gewann der SPD-Mann 2014 in der Stichwahl gegen den CSU-Vertreter Christian Schlegl mit mehr als 70 Prozent der Stimmen.