Brexit - Schweizer Unternehmen sorgen sich um Zugang zu UK-Markt

London/Davos (APA/sda) - Nach der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, Großbritannien werde aus dem EU-Binnenmarkt aust...

London/Davos (APA/sda) - Nach der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, Großbritannien werde aus dem EU-Binnenmarkt austreten, sorgen sich Schweizer Unternehmen um ihren Zugang zum britischen Markt. Das sagte der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann am Mittwoch in Davos.

Zuvor hatte er am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern gefrühstückt. „Der Brexit war ein prominentes Thema“, sagte der Minister im Anschluss.

Der angekündigte „harte Brexit“ sei dabei nicht als mögliches Vorbild für die Schweiz genannt worden, sagte Schneider-Ammann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Der Bilateralismus werde von den führenden Schweizer Unternehmen ausdrücklich unterstützt, gefordert und gefördert.

Von Unternehmensseite sei beim Gespräch die Forderung gestellt geworden, die Schweizer Regierung solle möglichst rasch mit Großbritannien Kontakt aufnehmen. Ziel sei, die künftigen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Großbritannien für die Zeit nach einem Austritt aus der EU zu etablieren. Dies habe aus Sicht der Wirtschaft „oberste Priorität“.

Diese Forderungen seien nicht nur vonseiten der Banken gefordert worden, fügte Schneider-Amman an. Auch jeder Pharmariese wisse genau, dass er nur dann erfolgreich mit Großbritannien Geschäfte machen könne, wenn das Finanzierungssystem einwandfrei funktioniere.

Ein gutes Dutzend Schweizer Wirtschaftschefs waren der Einladung des Wirtschaftsministers zum Frühstück gefolgt. Das Meeting wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Prominente Gäste waren etwa UBS-Chef Sergio Ermotti oder der Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco.

Neben den Banken und Versicherungen waren mit Topmanagern von Novartis, ABB, Swiss oder Schindler auch die anderen wichtigen Schweizer Wirtschaftsbranchen am Tisch vertreten.

Zur Sprache kamen Themen, bei denen sich die Wirtschaft von der Politik eine aktive Lösungssuche wünscht. Neben der Frage der Offenmarktspolitik wurde laut Schneider-Ammann auch über die Herausforderungen der Digitalisierung und der aus Sicht der Wirtschaft „ausufernden Bürokratie“ gesprochen.

Er werde seine Tätigkeitsliste hinsichtlich der geäußerten Forderungen prüfen, versprach der Wirtschaftsminister.