Frankreichs Regierung fürchtet trotz Kältewelle keine Blackouts

Paris (APA/AFP) - Die französische Regierung fürchtet trotz der aktuellen Kältewelle keine Blackouts - nicht zuletzt Dank vieler sparsamer B...

Paris (APA/AFP) - Die französische Regierung fürchtet trotz der aktuellen Kältewelle keine Blackouts - nicht zuletzt Dank vieler sparsamer Bürger. Energie- und Umweltministerin Segolene Royal versicherte am Mittwoch nach einer Sondersitzung zur Kälte in Paris, er werde zu keinen Stromausfällen kommen.

Derzeit seien zwar sechs Atomreaktoren wegen Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet, Windräder und Solarenergie lieferten aber wegen der guten Wetterbedingungen so viel Strom wie acht Atomreaktoren.

Royal dankte zudem den Bürgern, die dem Aufruf des staatlichen Stromkonzerns EDF zum Energiesparen gefolgt seien. EDF hatte seine Kunden aufgerufen, elektrische Heizungen nicht zu sehr hochzudrehen und das Licht beim Verlassen der Räume auszuschalten. Nach Schätzungen der Umweltagentur Ademe macht das Heizen mit Strom an kalten Abenden bis zu 40 Prozent des Energieverbrauchs in Frankreich aus.

Wegen der Kältewelle erlaubte es die Atomaufsicht dem EDF-Konzern, einen Reaktor später herunterzufahren als geplant. Ursprünglich hätte der Reaktor 1 des Atomkraftwerks Civaux im westfranzösischen Departement Vienne ab Mittwoch auf Störanfälligkeit überprüft werden sollen. Nun soll er spätestens im März abgeschaltet werden. Wegen der Sicherheitstests wurden in den vergangenen Wochen mehrere Reaktoren heruntergefahren, darunter auch Civaux 2.

Royal räumte ein, in Frankreich gebe es eine „zu große Abhängigkeit“ von der Atomkraft. Rund 75 Prozent des produzierten Stroms kommen aus Atomkraftwerken. Die Regierung will diesen Anteil bis 2025 auf 50 Prozent senken und dafür die erneuerbaren Energien ausbauen.