Leitlinie zur Auswahl von Patienten für „denkende Armprothese“

Wien (APA) - Eine Forschungsgruppe rund um Oskar Aszmann von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien hat einen...

Wien (APA) - Eine Forschungsgruppe rund um Oskar Aszmann von der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien hat einen neuen Behandlungsalgorithmus entwickelt. Mit der Leitlinie kann man feststellen, welche Patienten mit schweren Verletzungen des Nervengeflechts, welches die Armmotorik steuert (Plexus brachialis), am besten von Bionik-Prothesen profitieren.

Das Österreich-Tochterunternehmen des deutschen Medizintechikkonzerns Otto Bock Healthcare hat die weltweit erste in Serienproduktion gegangene Bionik-Armprothese bereits 2007 vorgestellt. Sie kann auch zum Einsatz kommen, wenn ein Patient schwerste Verletzungen des Plexus brachialis erlitten hat. Diese Nervenstruktur ist ein Netz aus sensorischen und motorischen Nervenfasern, die das von der unteren Halswirbelsäule und der oberen Brustwirbelsäule ausgeht und zu Nerven der Schulter, des Arms und der Hand zusammenlaufen. Bei Verletzungen des Plexus brachialis in Verbindung mit einem Nervenwurzelausriss kann eine ganze Reihe chirurgischer Verfahren zum Einsatz kommen, um die Nerven- und Muskelfunktion wiederherzustellen. Dabei gewinnen Schulter und Oberarm oft ihre Stabilität und Beweglichkeit zurück, und in einigen Fällen kann sogar die Beweglichkeit von Hand und Fingern wiederhergestellt werden.

Manchmal bleibt die Hand völlig gelähmt. Dann kann eine „denkende Armprothese“ helfen. Die Wissenschafter haben jetzt einen Katalog an Untersuchungen und Voraussetzungen erstellt, mit dem für die Bionik-Prothese besonders geeignete Patienten identifiziert werden können. Diese Leitlinie ist vor kurzem „Journal of Neurosurgery“ erschienen. In den Algorithmus sind die Erfahrungen mit 16 Betroffenen eingeflossen, welche in den vergangenen Jahren mit solchen High-Tech-Prothesen versorgt worden sind.