Höcke versteht Kritik an Äußerungen zu Holocaustmahnmal nicht
Erfurt (APA/AFP) - Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hat mit Unverständnis auf die massive Kritik an seinen Äußerungen zum Ber...
Erfurt (APA/AFP) - Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hat mit Unverständnis auf die massive Kritik an seinen Äußerungen zum Berliner Holocaustmahnmal reagiert. Die Auslegung, dass er das Holocaustgedenken der Deutschen kritisiert habe, sei eine „bösartige und bewusst verleumdende Interpretation“, erklärte Höcke am Mittwoch in Erfurt.
Höcke hatte am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der Jungen Alternative in Dresden gesagt: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Politiker aller Parteien und der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierten empört.
Höcke erklärte nun, er habe mit seiner Äußerung den Holocaust, „also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet“. Die Deutschen müssten sich der „immensen Schuld“ bewusst sein. Sie sei Teil ihrer Geschichte. „Aber sie ist eben nur ein Teil unserer Geschichte“, erklärte der AfD-Politiker.
Deutschland sei auch das Land der Philosophen, Dichter, Komponisten und Erfinder. „Dieser großartige kulturelle Schatz gerät uns zuweilen aus dem Blick“, erklärte Höcke. „Schuldbewusstsein allein kann keine gesunde Identität stiften, sondern nur eine gebrochene.“