Brexit - Merkel erwartet Schulterschluss mit Wirtschaft
London (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich zuversichtlich geäußert, dass Politik und Industrie bei den Brexit-...
London (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich zuversichtlich geäußert, dass Politik und Industrie bei den Brexit-Verhandlungen an einem Strang ziehen werden. „Wir haben uns fest vorgenommen, uns sehr eng abzustimmen und natürlich werden wir das auch in Verbindung mit unseren jeweiligen Wirtschaftsbranchen tun“, so Merkel am Mittwoch nach einem Treffen mit Italiens Premier Paolo Gentiloni in Berlin.
Sie sei nicht besorgt über den Zusammenhalt, sagte Merkel. Am wichtigsten sei, dass sich Europa nicht auseinanderdividieren lasse. „Das werden wir durch sehr intensive Kontakte sicherstellen“, kündigte die Kanzlerin an. Immerhin habe die Rede der britischen Premierministerin Theresa May einen klaren Eindruck geliefert, wie das Vorgehen aussehen solle. Verhandlungen würden aber erst nach dem schriftlichen Austrittsantrag Großbritanniens beginnen.
Dieser Meinung schloss sich auch Gentiloni an. Es sei wichtig gewesen, dass May die internationalen Allianzen bekräftigt habe, sagte er.
Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok warnte indes Großbritannien davor, nach dem Ausscheiden aus der EU allzu sehr auf den Handel mit anderen Staaten zu setzen. „Der britische Export nach Nordrhein-Westfalen ist doppelt so groß wie der nach Indien“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im EU-Parlament am Mittwoch dem Nachrichtensender n-tv. Dies müsse sich die britische Premierministerin Theresa May vor Augen halten, wenn sie meine, dass Verhandlungen mit Indien oder Australien eine Alternative zu Verhandlungen mit der EU sein könnten.
May hatte in ihrer Brexit-Rede angedeutet, dass die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU auch scheitern könnten, wenn die verbliebenen EU-Staaten nicht die Wünsche Großbritanniens akzeptierten. „Ich habe auch manchmal bei Passagen der Rede von Theresa May das Gefühl, dass man immer noch in Vorstellungen einer Weltmacht ist, die Großbritannien nicht mehr ist“, kommentierte Brok.