Bezirk Kitzbühel

Aus der Lawine ins Leben: Tiroler (19) in letzter Sekunde gerettet

Matthias Feiersinger (vorne Mitte) stattete gestern mit seinen vier Freunden seinen Rettern von der Bergrettung und dem Christophorus 4 Team einen Besuch ab um sich zu bedanken.
© Angerer Harald

Der Hopfgartner Matthias Feiersinger feierte am Sonntag seinen zweiten Geburtstag.

Von Harald Angerer

Hopfgarten, Westendorf, Reith b. K. –„Ich habe halt versucht, den Kopf irgendwie oben zu behalten“, so beschreibt Matthias Feiersinger die bangen Sekunden am vergangenen Sonntag, als er von einer Lawine auf der Hohen Salve verschüttet wurde. Der 19-jährige Hopfgartner war mit vier Freunden unterwegs und konnte in letzter Sekunde geborgen werden, die TT berichtete.

Doch von den beklemmenden Minuten unter den Schneemassen bekam der junge Mann nicht viel mit. „Es waren wohl so zwei bis drei Minuten, dann bin ich eingeschlafen“, schildert Feiersinger. Erst als er nach gut 30 Minuten geborgen wurde und mit dem Hubschrauber in Richtung Krankenhaus unterwegs war, beginnt seine Erinnerung wieder. „Ich kann mich erst wieder erinnern, also ich schon aus dem Schnee war“, schildert er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

„Es war für uns vermutlich schlimmer als für ihn“, berichten seine Freunde Christian Anrain, Peter Fankhauser, Peter Schernthanner und Hannes Misslinger. Sie sind nur teilverschüttet worden und haben sich gegenseitig ausgegraben. „Es kamen uns auch gleich ein paar Freerider zu Hilfe, die waren gut ausgerüstet“, schildert Fankhauser und erzählt weiter: „Wir dachten zuerst, Matthias ist der Lawine davongefahren. Erst als wir ihn am Telefon nicht erreicht haben, wurde uns die Situation richtig bewusst.“

Ganz leise und schnell sei die Lawine gekommen. „So richtig bewusst wird einem das nicht, was da gerade passiert. Man handelt einfach“, schildert Feiersinger.

Gestern stattete er mit seinen Freunden dem Team des Christophorus 4 und den Bergrettern einen Besuch ab, mit dabei auch sein Lebensretter, der Lawinenhund Asta, mit Hundeführer Sebastian Antretter und der Leiter der Hundestaffel, Bezirksleiter Stefan Fuchs. „Es war Riesenglück, dass wir zuerst den Kopf gefunden haben. Als ich ihm den Schnee vom Gesicht gewischt habe, haben sich seine Lippen bewegt. Wenn ich daran denke, bekomme ich noch heute Gänsehaut“, schildert Fuchs. Auch C4-Notarzt Clemens Dengg bestätigt, wie viel Glück Feiersinger hatte. „Er hatte sicher nur mehr wenige Minuten.“

Die fünf Hopfgartner bedankten sich bei ihren Rettern mit Geschenken. „Wir danken euch, für den großartigen Einsatz“, sagen die fünf. Und auch Antretter hat seinen Lawinenhund Asta nach dem Erfolg verwöhnt: „Der Hund weiß spätestens daheim, dass er was Großes geleistet hat. Er hat von mir einen großen Kalbsknochen bekommen.“

Gelernt hätten fünf Skifahrer aus dem Vorfall einiges. „Auch wenn ich wenig mitbekommen habe, ist mir sehr wohl bewusst, wie viel Glück ich hatte“, schildert Feiersinger. Ans Skifahren denken die fünf jungen Hopfgartner derzeit nicht. Aber nicht aus Angst, „aber wir haben alle keine Ski mehr. Matthias hat noch einen Ski. Alle anderen sind noch im Lawinenkegel“, sagt einer der Freunde. Am Wochenende wird sowieso erst einmal gefeiert. „Ich werde am Freitag wieder arbeiten gehen, denn am Wochenende ist ja das Hahnenkammrennen“, lacht Feiersinger.

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