Manning ist nicht die einzige: Berühmte Whistleblower

Washington (APA/dpa) - Wie die Informantin Chelsea Manning haben auch andere Whistleblower mit ihren Informationen politische Skandale losge...

Washington (APA/dpa) - Wie die Informantin Chelsea Manning haben auch andere Whistleblower mit ihren Informationen politische Skandale losgetreten.

EDWARD SNOWDEN: Der unscheinbare US-Computerspezialist gibt 2013 Tausende Dokumente der National Security Agency (NSA) an Journalisten weiter. Damit enthüllt er eine massive Internet-Überwachung durch den US-Geheimdienst - das hat weltweit politische Konsequenzen. Nach den Enthüllungen bekommt der Whistleblower Asyl in Russland. Die USA fahnden nach Snowden wegen Geheimnisverrats.

JULIAN ASSANGE: Der weißblonde Australier ist das bekannteste Gesicht hinter der Enthüllungsplattform Wikileaks. Darauf werden seit 2006 immer wieder brisante Dokumente wie etwa als geheim eingestufte Botschaftspapiere, Kriegsberichte und zuletzt E-Mails der US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton veröffentlicht. Assange hält sich derzeit in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort liegt ein Haftbefehl wegen Verdachts der Vergewaltigung gegen ihn vor. Assange befürchtet, von Schweden aus in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine hohe Haftstrafe droht.

PAOLO GABRIELE: Der Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. gilt als wichtigster Informant in Sachen „Vatileaks“. Im Jahr 2012 werden vertrauliche Dokumente veröffentlicht, in denen es um einen möglichen Anschlag auf das Kirchenoberhaupt, um undurchsichtige Geschäfte der Vatikanbank, um Intrigen und die Gesundheit des Papstes geht. Gabriele wird wegen Diebstahls geheimer Dokumente zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt und wenig später von Benedikt begnadigt.

MORDECHAI VANUNU: Der israelische Atomtechniker verrät 1986 der britischen „Sunday Times“, dass sein Heimatland über ein Arsenal von bis zu 200 Atomwaffen verfügt. Er macht das bis dahin geheime israelische Nuklearprogramm öffentlich. Daraufhin entführt ihn der Geheimdienst Mossad von Rom nach Israel. Vanunu wird zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt und 2004 unter Auflagen entlassen.

MARK FELT: Der damalige stellvertretende Chef der US-Bundespolizei FBI spielt Journalisten der „Washington Post“ Informationen in der Watergate-Affäre zu. Der Skandal führt 1974 zum Rücktritt des republikanischen Präsidenten Richard Nixon: In seinem Auftrag waren Einbrecher in die Wahlkampfzentrale der Demokraten in Washington eingedrungen, um belastendes Material über Nixons Kontrahenten zu suchen. Über Jahrzehnte ist Felt nur unter dem Pseudonym „Deep Throat“ bekannt; er wird erst 2005 enttarnt.