Insolventer Fahrradhersteller Mifa kann Produktion nicht aufnehmen
Sangerhausen (APA/AFP) - Der insolvente deutsche Fahrradhersteller Mifa aus Sachsen-Anhalt ringt um seine Zukunft. Die rund 520 Mitarbeiter ...
Sangerhausen (APA/AFP) - Der insolvente deutsche Fahrradhersteller Mifa aus Sachsen-Anhalt ringt um seine Zukunft. Die rund 520 Mitarbeiter seien am Mittwoch informiert worden, dass die Produktion anders als bisher geplant nicht zum Monatsende wieder anlaufen könne, teilte der vorläufige Sachwalter Lucas Flöther mit.
Grund sei, dass die Eigentümerfamilie von Nathusius einen vor dem Insolvenzantrag zugesagten Kredit in Höhe von rund 5 Mio. Euro nun doch nicht gewähren wolle.
„Der Geschäftsbetrieb kann deshalb nicht wie geplant fortgeführt werden“, erklärte Flöther. Es sei unsicher, in welcher Form und in welchem Umfang dies überhaupt möglich sei. Nun werde nach Alternativen gesucht. Denkbar sei, Kunden zu Vorkasse-Zahlungen zu bewegen und so „zumindest mittelfristig die Produktion in Teilen wieder aufnehmen zu können“. Langfristig müsse aber nach einem Investor gesucht werden.
Flöther zufolge zieht Mifa nun den Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung zurück. Das Amtsgericht Halle werde einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen und damit ein sogenanntes Regelinsolvenzverfahren eröffnen.
Die 1907 gegründeten „Mitteldeutschen Fahrradwerke“ (Mifa) hatten im September 2014 Insolvenz anmelden müssen, weil der vorgesehene Einstieg des indischen Fahrradherstellers Hero gescheitert war. Wenige Monate später übernahm der Unternehmer Heinrich von Nathusius die Firma. Auch unter dessen Führung geriet das Unternehmen unlängst in Schwierigkeiten.