EU-Kommission verhängte 2016 Kartellstrafen in Rekordhöhe
In Summe mussten Firmen 3,73 Milliarden Euro Strafe zahlen, nach 365 Millionen Euro im Jahr davor.
Brüssel – Die EU-Wettbewerbshüter haben 2016 so hohe Kartellstrafen verhängt wie nie zuvor. Insgesamt wurden Firmen Geldstrafen von 3,73 Mrd. Euro aufgebrummt, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es rund 365 Mio. Euro.
Die jetzige EU-Kommission trat ihr Amt erst Ende 2014 an. 2014 und 2013 beliefen sich die Strafen auf jeweils rund 1,7 Mrd. Euro. Der weitaus größte Batzen entfiel 2016 auf die Teilnehmer eines Lkw-Kartells, die insgesamt die Rekordsumme von fast 3 Mrd. Euro zahlen mussten. Allein Daimler wurde dabei zu einer Strafe von gut einer Milliarde Euro verdonnert.
Einer Studie der Anwaltskanzlei Allen & Overy zufolge haben Aufsichtsbehörden 2016 weltweit insgesamt sechs Milliarden Euro an Geldbußen wegen unerlaubter Absprachen von Firmen verhängt. Hauptgrund sei die „aggressive Kartellverfolgung der EU“ gewesen. (APA, Reuters)